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31-10-10 11:35 Alter: 2 yrs
VON:GH
Belästigungen im Zugwaggon
Bahnfahrten waren einst profunde Gelegenheiten, eine gute Zigarre zu rauchen, ein gutes Buch zu lesen oder ein gehaltvolles Gespräch zu führen. Die Bahn gibt sich alle Mühe, diesen Zustand ein für allemal und durchgreifend abzuschaffen.
Und das nicht nur mit defekten Klimaanlagen, kontinuierlichen Verspätungen und überfüllten, weil zu wenigen, Waggons.
Ein südkoreanischer „Künstler“ darf nun mit Erlaubnis der Bahn anderen Künstlern eine kostenlose Bahnfahrt verschaffen, wenn diese nur während der Bahnfahrt etwas tun, was er als Kunst betrachtet.
Das kann eine stundenlange belanglose und sinnfreie Laberei sein, die das „Werk“ einer 27-jährigen Kunststudentin ist, welche es spannend findet, „zu sehen, was das mit mir macht“. Auch ein Trompetensolo oder eine Ballettvorführung im vollbesetzten Waggon wird als Kunstperformance gerne genommen.
„Bahnfahren gegen Kunst“ lautet das Motto des „Performance Express“, wobei der initiierende Südkoreaner „die Monopolstellung des Geldes als Tauschmittel in Frage stellen“ will.
Der Zeit-Artikel beinhaltet die nächsten Fahrstrecken dieses Belästigungsexpresses; damit man weiß, wann man wieder nicht mit der Bahn fahren kann.
Obwohl: Konsequent wäre es von der Bahn, einem jeden Zug einen „Historienwaggon“ anzuhängen, in dem der denkend veranlagte Zigarrenraucher bei einer guten Zigarre seinem Ziel entgegen reisen könnte und dabei das Kunstprojekt „Zigarrenrauchkringel“ versucht.
Links:
www.zeit.de/2010/43/Express