11-06-23 21:14 Alter: 3 yrs
VON:ANDREAS HILLMER
Beim Barbier von Berlin qualifiziert sich der zweifache Altmeister
Uwe Hellmich, Deutscher Meister im Langsamrauchen der Jahre 2020 und 2021 qualifiziert sich erneut.
In der Lounge von „The Barber Yard“ legte Uwe Hellmich seine Montecristo No. 4 nach einer Stunde und 29 Minuten als Letzter ab.
Am 8. Juni hatte Hussein Seif, Inhaber des kultigen „old school“ Barbier- und Frisörgeschäftes „The Barber Yard“ in Berlin-Neukölln zur Austragung des ersten regionalen Wettbewerbs für die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft im Langsamrauchen für das Jahr 2023 geladen.
13 Teilnehmer und ein rauchender Zuschauer folgten dieser Einladung an einem heißen Frühsommertag in die Lounge im Keller des Barber-Yards, die man durch eine alte englische Telefonzelle erreicht, die mitten im Laden steht. Man befindet sich dann im Cigar-Yard, einer offiziellen „The Brickhouse Lounge“.
Andreas Hilmer (Habanos Champion 2021 und 2023) übernahm die Rolle des Schiedsrichters und wies die Teilnehmer zunächst in das Regelwerk ein, da viele zum ersten Mal an einem Wettbewerb dieser Art teilnahmen, obwohl ausnahmslos alle echte Aficionados waren. Unter den mit dem Wettbewerb vertrauten Teilnehmern befand sich Uwe Hellmich, der für die Jahre 2020 und 2021 den Titel des Deutschen Meisters erlangt hatte. Dies versprach kein frühes Ende der Veranstaltung.
Mit dem Startzeichen des Schiedsrichters trat Ruhe in der Lounge ein. Alle Teilnehmer verhielten sich regelkonform über den gesamten Wettbewerb, so dass kein Teilnehmer disqualifiziert werden musste. Irgendwer ist aber immer der erste, dem die Zigarre ausgeht. Diese Rolle fiel ausgerechnet dem Langsamrauch-erprobten Walter Schmidt nach 19 Minuten zu. Raed Seif bewies dagegen, dass die Montecristo No. 4 auch schnell brennen kann und legte die Zigarre nach 33 Minuten ab, um den Zigarrenring nicht anzubrennen und nicht disqualifiziert zu werden. Dabei musste er aber noch eine Zeitstrafe für vorzeitiges Abaschen in Kauf nehmen, so dass seine offizielle Wettbewerbszeit von 28 Minuten immerhin noch für den 9. Platz reichte.
Häufigstes Ende für die Teilnehmer am Wettbewerb war, wie üblich, das zu zögerliche regelmäßige Ziehen an der Zigarre, so dass diese dann erlosch.
Ungewöhnlich war, dass unter den letzten fünf Wettbewerbern drei Teilnehmer waren, die nach über eine Stunde jeweils das reguläre Ende ihrer Zigarre, also einen Abbrand bis an den Zigarrenring, ohne diesen anzubrennen, erreichten. So musste Patrick Poulley seine Zigarre nach 01:05:45 ablegen und errang damit den 5. Platz.
Erstmalig in der Geschichte des Wettbewerbs legten zwei Teilnehmer gleichzeitig Ihre brennende Zigarre nieder, um den Zigarrenring nicht anzubrennen. Dabei ging es in diesem Augenblick bereits um die qualifizierenden ersten drei Plätze des Wettbewerbs.
Somit hatte der Schiedsrichter keine andere Möglichkeit, als für den 3. Platz Golo Schultz und Sören Wolf (in alphabetischer Reihenfolge) mit einer offiziellen Zeit von 01:09:45 anzuerkennen. Beide sind somit für die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft qualifiziert.
Vergleichsweise gewöhnlich aber dennoch spannend ging dann der Wettbewerb zwischen den beiden verbliebenen Teilnehmern weiter. Weniger als 4 Minuten, nachdem die beiden Drittplatzierten ihre Zigarre niedergelegt hatten, ging bei Burak Altun die Zigarre aus. Mit 01:13:20 errang er damit den 2. Platz der Regionalmeisterschaft und die Qualifizierung für Bückeburg am 21.10.2023 für die Deutsche Meisterschaft im Langsamrauchen.
Als letzter Teilnehmer des regionalen Wettbewerbs mit regelgerecht brennender Zigarre blieb Uwe Hellmich. Noch bevor seine Zigarre ausging oder abgelegt war, hatte er wieder einmal den 1. Platz errungen. Erst gut eine Viertelstunde später legte er unaufgeregt seine Zigarre brennend ab, wobei noch ein gutes Stück Tabak vor dem Zigarrenring stand. Die offizielle Zeit für den Sieger dieses regionalen Wettbewerbs kann mit 1:29:20 vermeldet werden.
Organisatoren, Teilnehmer und Zuschauer zeigten sich zufrieden mit der Veranstaltung. Natürlich haderte der eine oder andere mit seiner persönlichen Leistung. Der Stimmung an dem Abend, an dem viele neue Freundschaften geknüpft wurden, tat das keinen Abbruch.
Weitere Bilder von Jürgen Sendel gibt es an dieser Stelle.
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