05-10-07 14:13 Alter: 5 yrs
VON:GH
Die Reise nach Straßburg
Neben anspruchsvollen Veranstaltungen in der Bundeshauptstadt bietet Maximilian Herzog regelmäßig Zigarrenreisen innerhalb Europas an – Zigarrenreisen, die bei Insidern einen schon fast legendären Ruf haben.
 |   Max Maldacker (li.), Vortragender Legationsrat 1. Klasse und brillanter Führer durch das europäische Straßburg mit Maximilian Herzog.
  Altadis Betriebsstätte Straßburg - die Ruhe vor dem Sturm? Ende des Jahres geht auch dieser Teil an den britischen Zigarettenmulti Imperial Tobacco.
  Das französische Rauchverbot am Arbeitsplatz zwingt auch Maximilian Herzog, gute Züge außerhalb der Fabrikation zu genießen.
  Die Pleiades aus der Dominikanischen Republik kommen als Bulkware nach Straßburg und werden dort in Kisten umgepackt.
 
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Dies beruht insbesondere auf der Komposition der Anforderungen an Olfaktorium und Geist.
Am Nationalfeiertag war die Reise zur Altadis-Niederlassung in Straßburg angesetzt.
Schon am Vorabend in Baden-Baden teilte Maximilian Herzog die inkludierten Zigarren des Paketes „Oberrhein“ aus. Danach sollte der nächste Tag mit einer Vega Fina Coronita zum Frühstück beginnen, einer Zigarre, die aufgrund ihrer Leichtigkeit sehr gut zum Frühstückskaffee oder zu einem Milchkaffee passt.
Während der Busfahrt nach Straßburg war, solange man sich auf der deutschen Seite befand, eine Sumatra-Zigarre von Don Stefano vorgesehen. Nach Überschreiten, besser gesagt nach dem Überfahren, der Grenze sollte auf französischer Seite das hierzu passende Pendant, eine Pleiades, in Rauch aufgehen.
In der Altadis-Fabrik, so viel war schon klar, werden zwar Zigarren und Zigarillos gefertigt, sie dürfen dort aber nicht geraucht werden. Das französische Rauchverbot am Arbeitsplatz fördert diese bizarre Situation zu Tage.
Für den späten Nachmittag war eine Maria Mancini vorgesehen. Die Zigarre des Hans Castorp aus dem Zauberberg.
Mindestens einmal, so Maximilian Herzog, muss es eine kubanische Zigarre sein. Also befand sich auch eine Juan Lopez im Zigarrenpaket.
Derart versorgt, kam Max Maldacker ins Spiel, besser gesagt, in die Reise. Der Vortragende Legationsrat 1. Klasse, polyglott und rhetorisch brillant, konnte dank seiner umfangreichen Erfahrungen in verschiedenen europäischen Ländern und mit verschiedenen europäischen Institutionen eine Menge Detail- und Hintergrundkenntnisse zu Straßburg und seiner Geschichte erzählen.
Natürlich auch zum Straßburger Münster und dazu, warum es „Münster“ und nicht „Dom“, „Basilika“ oder „Kathedrale“ heißt.
Altadis befindet sich aufgrund des vermutlich zum Jahresende erfolgenden Verkaufes an den britischen Zigarettenmulti Imperial Tobacco in einer Stimmung halkyonischer Ruhe. Niemand weiß so recht, was kommt. Aber alle erwarten nichts Gutes.
Der Straßburger Betrieb ist davon nicht ausgenommen. Hier werden Eigenmarken von Altadis insbesondere für den spanischen und französischen Markt gefertigt – Fleur de Savane, Niñas plus, Picaduros etc. Etwa 380 Millionen Stück pro Jahr – inklusive aller HTL-Produkte. (HTL = Bandtabak; 75% Tabakstaub werden mit 25% Papier und Kleber gemischt, zu einer großen Rolle gedreht und anschließend als Umblatt oder Deckblatt maschinell verarbeitet.)
In einer außerhalb Straßburgs liegenden Betriebsstätte werden Zigarren und Zigarillos für ganz Europa „nationalisiert“. Die gesetzlich vorgeschriebene Verschandelung schöner Kisten durch schwarz-weiße Aufkleber sowie das Anbringen der Steuerzeichen für rund 80 Millionen Zigarren und Zigarillos erfolgen hier. Für Deutschland wird dieser Service nur hinsichtlich der Zigarillos (Mini Cubanos) erbracht. Die Zigarren werden nicht in Straßburg, sondern direkt in Waldshut-Tiengen nationalisiert.
Warum eigentlich haben weder Franzosen noch Engländer ein eigenes Wort für „Genuss“? – war das Thema des Mittagessens. Angesichts der englischen Küche ist dieses noch halbwegs verständlich; aber in Frankreich?
Dass man abends dann noch kurz beim deutschen Generalkonsul anlässlich seines Empfangs zum deutschen Nationalfeiertag hineinschaute, war so etwas wie „das Tüpfelchen auf dem i“.
Die Zigarrenreisen des Maximilian Herzog finden mehrmals jährlich statt. Eingeladen sind die Mitglieder des Club de Fumadores (CdF) sowie interessierte Aficionados/-as, die sich in eine Liste bei Herzog haben eintragen lassen.