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18-06-12 10:56 Alter: 6 yrs

VON:GH

Habanos Day 2012 • Wenn der Job auf dem Spiel steht

Über die Auswirkungen falscher und richtiger Lagerung. Mehr als zwei Jahre hat Marc André, Humidorbauer No. 1 in Deutschland, sich auf diesen Vortrag vorbereitet. Und er ist sogar bereit, seinen Job an den Nagel zu hängen.


Marc André • www.humidorbau.de
Marc André • www.humidorbau.de

Höchst aufmerksame und gespannte Seminarteilnehmer. Hier einige österreichischen Teilnehmer. Von links: Armin Schön, Präsident des 1. Akademischen Zigarrenclubs Villach, Sebastian Eigruber und Ivo Decleva, Habanos-Experte
Höchst aufmerksame und gespannte Seminarteilnehmer. Hier einige österreichischen Teilnehmer. Von links: Armin Schön, Präsident des 1. Akademischen Zigarrenclubs Villach, Sebastian Eigruber und Ivo Decleva, Habanos-Experte

Ist es eigentlich erforderlich, viel Geld für gute Humidore auszugeben? Kann man nicht einfach Zigarren über Jahre auf dem Dachboden, im Keller oder auf dem Wohnzimmerschrank aufbewahren und einige Wochen vor dem Genuss wieder aufpäppeln, indem man sie in einen kleinen und einfachen Humidor legt?

Im Jahre 2010 stellte 5THAvenue 150 Punch Coronas mit dem Boxingdate 2007 aus derselben Fabrik zur Verfügung. Marc André drittelte die Menge. 50 Zigarren kamen in einen seiner besten Humidore mit kontinuierlicher relativer Luftfeuchtigkeit und gleichbleibender Temperatur, weitere 50 wurden in einem relativ einfachen Humidor mit passiver Befeuchtung im Büro untergebracht und die letzten 50 kamen auf den Dachboden.

Zwei Jahre lagen die Zigarren dort, wo man sie hingelegt hatte. Zwei bis drei Monate vor dem Habanosday kamen die zweite und die dritte Gruppe ebenfalls in einen Humidor mit aktiver Befeuchtung. Anschließend wurde jede Zigarre in einen Aromabeutel gesteckt, mit der Ziffer 1, 2 oder 3 versehen und zum Seminar gebracht.

Hatte sich die unterschiedliche Lagerung auf den Geschmack ausgewirkt? Wenn ja, wie würde sich das bemerkbar machen? Würde man überhaupt feststellen können, welche Zigarre denn nun bestens gelagert und welche „einfach so“ liegen geblieben war. 

Im Seminar kosteten die Teilnehmer und brachten ihre Ergebnisse zu Papier. Die ausgefüllten Bögen werden in diesen Tagen ausgewertet. Das Ergebnis wird man dann in den Zigarrennachrichten lesen.

Sollte sich herausstellen, dass es keinen geschmacklichen Unterschied zwischen den Zigarren gibt, könnte Marc André immerhin noch in der Elektronikbranche einen Job finden.