Artikel-Single-View Habanos Festival • Tag 5, Teil 2
27-02-10 19:46 Alter: 152 days

VON:MS

Habanos Festival • Tag 5, Teil 2

Am Freitagabend fand mit dem Galadiner der Höhepunkt des XII. Habanos Festival statt. Hier wurde auch endlich die neue Cohiba Behike vorgestellt.



Christine Klever (Casa Nürnberg) mit Muhammet Genc (Casa Düsseldorf) (li.) und Jimmy Ng aus Singapur


Urs Tanner, Intertabak Schweiz, Habanos Man Of The Year 2010


Die Verteilung der Cohiba Behike


Manuela Sporbert – Habanosommeliere


Dessert im Cohiba-Look


Nachdem am Vormittag die letzten Seminare des Festivals stattgefunden hatten, stand nun der lang erwartete Galaabend auf dem Programm. Und so füllte sich kurz vor 19 Uhr das Foyer des Hotels Nacional, inoffizielles Hauptquartier der Aficionados aus aller Welt, mit festlich gekleideten Freunden der Zigarre.

Niemand wollte seinen Bus zum Veranstaltungsort verpassen und diesmal ging es auch wirklich pünktlich los. Glücklich war, wer einen der ersten Busse erwischte. Die Schlange am Einlass zur festlich geschmückten Halle war nämlich beachtlich. Angesichts der weit über 1.000 Teilnehmer stellte dies jedoch kaum eine Überraschung dar.

Hatte man den Einlass endlich überwunden, lockte dafür sogleich eine Cohiba Maduro 5 und die heiß begehrte Präsent-Tüte. Um die Suche eines passenden Sitzplatzes musste man sich außerdem auch keine Gedanken machen. Im Gegensatz zu den vorhergehenden Veranstaltungen war heute eine feste Sitzordnung vorgegeben. Auf der Suche nach dem eigenen Tisch traf man dann auch noch gleich auf viele alte und neue Bekannte. Nicht verwunderlich, dass mancher Gast dann doch etwas später an seinem Platz ankam. Auch wollten noch die sechs zu Gunsten des kubanischen Gesundheitssystems zu versteigernden Sonderhumidore genau inspiziert werden.

Irgendwann saß dann aber auch der Letzte und das Menü konnte beginnen. An unserem Tisch versuchten wir den Abend über das kubanische System zu entschlüsseln, nach welchem die Teller auf die Tische verteilt wurden. Es sollte uns nicht gelingen. Trotzdem – früher oder später waren alle versorgt und konnten das Showprogramm genießen.

Geboten wurden sowohl quirlige Latin-Rhythmen und feuriger Tanz als auch klassischer Chorgesang. Für viele Gäste dürfte dies jedoch nur Vorgeplänkel zu der heiß erwarteten Vorstellung der neuen Cohiba-Linie gewesen sein. Und so trat kurz vor Mitternacht endlich Manuel Garcia von Habanos auf die Bühne um in einer ebenso kurzen wie an Neuigkeiten armen Präsentation die neue Zigarre einzuführen.

Wie bereits bekannt sein dürfte, wird mit dem „Medio Tiempo“-Blatt eine Einlage verwandt, die bisher offiziell nicht in den handgefertigten Export-Havanas verwendet wurde. Dies hatte man bereits bei verschiedenen Gelegenheiten gehört. Auch dass dieses Blatt besonders exklusiv und selten sei, wurde bereits mehrfach von Habanos betont. Ferner handele es sich bei der neuen Cohiba Behike um die exklusivste Zigarre, welche Habanos jemals hergestellt habe und sie wird auch die teuerste Serienzigarre sein, die sie jemals in den Verkauf gaben.

Ob Letzteres jedoch wirklich als positives Verkaufselement taugt, wird wohl erst der Markt entscheiden.

Gelungen sind auf jeden Fall die mit mehreren Hologrammen versehenen Zigarrenringen. Sie wirken raffiniert ohne überladen zu wirken und werden wohl manchem Fälscher Kopfzerbrechen bereiten.

Exakt um 5 nach 12 war es dann endlich so weit – eine gefühlte Legion der schönsten kubanischen Models verteilte die nicht minder attraktive Behike 56 unter den Gästen. Viele Aficionados sparten sich die Zigarre für einen späteren Zeitpunkt auf, doch nicht wenige Behikes wurden auch sofort verkostet. Die gewonnen Eindrücke können aufgrund der unruhigen Umgebung und der Menge der bereits konsumierten Zigarren natürlich nur vorläufiger Natur sein.

Fest steht jedoch, dass Habanos in Sachen Stärke nicht zu viel versprochen hat. Die Zigarre vermittelt von Beginn an eine angenehme Würze. Auch Nussaromen scheinen während des Rauchverlaufes der, wie erwartet tadellos verarbeiteten, Zigarre immer wieder auf.

Wer sich in den letzten Jahren über die abnehmende Stärke kubanischer Zigarren beschwert hat, wird hier somit eine interessante Zigarre finden. Manchem mag in der Mischung jedoch auch zuviel des Guten stecken.

Endlich mit der ersehnten Behike versorgt, ließ es sich dem weiteren Programm schon viel entspannter folgen. Ein Höhepunkt aus deutschsprachiger Sicht war dabei sicher die Ernennung von Urs Tanner, Geschäftsführer des Importeurs für Havanna Zigarren in der Schweiz (Intertabak AG), zum „Habanos Man of the Year“. Habanos ehrt damit nicht weniger als 43 Jahre Engagement im Dienste der Zigarre.

Und die Schweizer hatten auch am weiteren Abend einen regelrechten Lauf. So setzten sich auf der folgenden, von Simon Chase wundervoll geleiteten Versteigerung der Sonderhumidore, Urs und Marc Portmann bei dem „Hoyo de Monterrey“ gewidmeten Exemplar durch, worüber sich Vater und Sohn ausgelassen freuten. Der teuerste Humidor, natürlich ein Stück welches die Cohiba-Zigarre zum Thema hatte, spülte am Schluss sagenhafte 400.000 Euro in die Kassen des kubanischen Gesundheitssystems.

Mit dem letzten Zuschlag fand dann nicht nur das Galadiner sondern auch das XII. Habanos Festival auf Kuba insgesamt seinen würdigen Abschluss. Die versammelten Aficionados gaben sich jedoch noch längst nicht zufrieden und genossen trotz steigerungsfähiger Temperaturen bei Cuba Libre und Zigarre den Rest der Nacht auf der Terrasse des Hotels Nacional in Havanna.