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10-04-23 12:51 Alter: 3 yrs

VON:ANDREAS HILMER

La Estancia Edición Exclusiva

„Frei jedweden Verdachts der Unmäßigkeit stellt der Genuss einer Meerapfel-Zigarre nicht nur eine Form der Ehrerweisung, sondern auch den Gipfel des Vorstellbaren dar. Seit 400 Jahren besteht diese mythische Familiendynastie im Tabakgeschäft, die, repräsentiert durch Melissa Meerapfel, uns eine Zigarre mit unvorstellbarem 60 Jahre alten Einlagetabak vorstellen wird.“



La Estancia Edición Exclusiva …


… im 50er und 60er Ringmaß


Melissa Meerapfel (alle Fotos: Andreas Hilmer)

Eine Einladung des Tabakhaus Simon aus Potsdam mit diesen Worten weckt Erwartungen und macht, ob des präsentierten Fakts zu dem Einlagetabak, natürlich neugierig.

So folgte man der Einladung zur Verkostung der La Estancia Edición Exclusiva in den Ringmaßen 50 und 60 mit Spirituosenbegleitung und Flying Buffet.

Der Name Meerapfel ist in der Zigarrenwelt für hervorragende Umblätter aus Kamerun bekannt, die u.a. einige Zigarren von Arturo Fuente umhüllen. Vielleicht weniger bekannt ist, dass es zu den Unternehmungen der Familie Meerapfel gehört, die Zigarren von Arturo Fuente auf der Welt (außer in den USA) zu distribuieren. Auch ist die Lancierung der neuen Marke „Meerapfel Meir“ im Frühjahr dieses Jahres nicht unbemerkt geblieben.

Die Linie La Estancia dagegen wurde schon 2014 auf der Inter-tabac von der Familie Meerapfel eingeführt. Schon damals rankten sich Gerüchte um die Zigarre, wonach 60 Jahre alter Tabak aus dem prä-revolutionären Kuba enthalten sein soll, von dem die Familie Meerapfel über größere Bestände verfügen soll. Offiziell äußert sich die Familie Meerapfel nicht zu den verwendeten Tabaken für den Blend.

Ende des Jahres 2018 wurde von Jeremy Meerapfel eine neue Linie, die La Estancia Edition Exclusiva (EE) in den Markt gebracht. Diese galt es nun zu verkosten.

Zur Präsentation in Potsdam war Melissa Meerapfel, Jeremy’s Schwester, eigens aus London angereist. Nach der Begrüßung an dem Abend wandelte sie, sichtlich stolz auf das Produkt ihrer Familie, von Tisch zu Tisch und präsentierte jedem Gast die edle Kiste mit dem braunen Gold und aufwändigem goldenen Zigarrenring. Darauf angesprochen, welche Tabake für diese Zigarre verwendet werden, erfolgte die freundliche, aber bestimmte Erwiderung: „We don‘t talk about the blend. You will have to find out by yourself“ und ein Verweis auf das Motiv des Zigarrenrings, das Hinweise auf die Herkunft der Tabake andeuten soll. Immerhin konnte man in Erfahrung bringen, dass für die Einlage vier verschiedene Tabake verwendet werden, statt der drei Sorten in „gewöhnlichen“ Zigarren.

Die typische Würzigkeit des kubanischen Tabaks findet man auch bei dieser Zigarre. Zeitgleich ist sie cremig und öffnet sich mit süß-floralen Noten. Im weiteren Rauchverlauf kommen ledrige Noten hinzu. Unbestritten spielt diese Zigarre in der Oberliga, was auch den Preis von 25 € rechtfertigt.

Das außerdem gereichte Exemplar mit einem 60er Ringmaß – Format Gigante – liegt entsprechend schwer in der Hand – der Zug jedoch ist leicht.

Die typische Würze eröffnet sich nach dem ersten Zug. Trotz des üppigen Ringmaßes ist die Zigarre nicht zu leicht. Cremig kommen im Rauchverlauf nussige Noten hinzu. Auf Grund der Fülle der Einlagetabake hat das Deckblatt Mühe, den Wickel zusammenzuhalten und neigt bei dem verkosteten Exemplar am Brandring zu reißen, was aber dem Genuss keinen Abbruch tut. Die Aromenkomplexität ist jedoch bei dem Exemplar mit dem 50er Ringmaß ausgeprägter.

Zusammenfassend kann man sagen, dass man nach diesem Abend um eine angenehme Erfahrung reicher geworden ist, wenn man diese Zigarre bisher noch nicht genossen hatte. Eine Empfehlung der Verkostung dieser Zigarren kann vorbehaltlos gegeben werden, um das Geheimnis des Blends dieser Zigarre selbst zu erschließen.