20-10-07 08:00 Alter: 5 yrs
VON:GH
Leserbrief aus China
Habanos-Experte Hartmut T. war in China und berichtet über die dortige Zigarrenszene – die eigentlich gar keine ist.
Auf meiner Reise durch China und dem Besuch der Städte Peking (chinesische Hauptstadt mit nahezu 16 Millionen Einwohnern), Xi’an (Terrakotta-Armee), Chongqing (bei Zugrundelegung der administrativen Stadtgrenzen mit 32 Millionen Einwohnern die größte Stadt der Welt) und Yichang (3-Schluchten-Staudamm des Jangtse-Flusses) fiel mir auf: es gibt im Reich der Mitte kaum Zigarrenraucher.
Demnach erheischt man mit Zigarre gelegentlich besondere Aufmerksamkeit.
Eine junge Frau von der Besatzung unseres Schiffes „Three Kingdoms“ auf dem Jangtse-Fluss sprach mich beim Anblick einer Partagas D4 an und meinte, eine solche Zigarre hätte sie in ihrem Leben noch nie gesehen. Nur gehört hätte sie schon, dass es so etwas geben sollte.
Zigaretten sind hingegen überall an der Tagesordnung. Ein Versuch, in einem als solchen deklarierten Tabakladen Zigarren zu erwerben, war nicht von Erfolg gekrönt. Es gab lediglich eine kleine Auswahl mir unbekannter Hersteller und Marken.
Auf meine Nachfrage nach kubanischen Zigarren präsentierte der Verkäufer ganz stolz ein Produkt der Marke Guantanamera. Nein danke!
Für gute kubanische Zigarren soll man zumindest in Peking ein Vielfaches dessen bezahlen müssen, was die Stumpen hierzulande kosten.
Verwunderlich deshalb, dass Zigarrenaschenbecher allerorten als Souvenirs angeboten werden.
An dem abgebildeten Stück mit einem Motiv aus der verbotenen Stadt in Peking (Beijing) konnte ich deshalb nicht vorbeilaufen.
Und so denke ich zu Hause beim Genuss einer Habano gern an China zurück und freue mich über smogfreie Luft, die mich hier umgibt.
Chinareisenden ist zu empfehlen, sich ihre Zigarren mitzubringen. Die temporäre Lagerung ist zumindest außerhalb des Winters auf Grund ausreichender Luftfeuchtigkeit kein Problem.