03-11-11 11:58 Alter: 197 days
VON:MICHAEL SCHLÜTER, WWW.WHISKYNEWS.DE/
Reisebericht Luxemburg: Zigarrenraucher willkommen
Ein Zigarrenraucher, der nach Luxemburg kommt – sei es nun aus diplomatischen oder touristischen Gründen – ist hier gut aufgehoben, denn NOCH gibt es hier kein absolutes Rauchverbot.
 |   Der Autor Michael Schlüter mit dem Maître der Casa Jean-Claude Reichling.
  Der Verkaufstresen für Einzelzigarren. Jede von ihnen trägt eine zusätzliche Steuerbanderole. (Ein Mekka für Zigarrenringsammler.)
  Tresenjar
  Schließfächer
  Lager 1
  Lager 2
  Juan Lopez Edición Regional Benelux 2010
  Lounge 1
  Lounge 2
|
Pflicht für den Aficionado ist ein Besuch in der von Jean-Claude Reichling betriebenen La Casa del Habano. In dem kleinen Laden in zentraler Lage findet der Liebhaber kubanischer Tabakröllchen alles, was das Herz begehrt.
Im Verkaufstresen breiten sich unter Glas alle Marken und Formate appetitlich vor dem Käufer aus, mit der Besonderheit, dass in Luxemburg alle einzeln verkauften Zigarren auch einzeln bepreist werden müssen, was dazu führt, dass jede einen zusätzlichen Ring trägt, auf dem der zu entrichtende Obolus aufgedruckt ist.
Links neben dem Tresen befindet sich hinter einer Glaswand das Lager für die Zigarrenkisten und ein Bereich mit Schließfächern für Stammkunden. Durch eine im Untergeschoss installierte Befeuchtungsanlage werden Tresen, Lager und Schließfächer unterschiedlich konditioniert: der Tresen für den sofortigen Verzehr, Lager und Schließfächer jeweils für längere Aufbewahrung der braunen Schönheiten. Auf dem Tresen ist sogar ein transparenter Jar für ein 50er Cabinet Doppelcoronas angebracht, der ebenfalls gesondert befeuchtet wird.
Über eine Wendeltreppe gelangt man in den ersten Stock, wo sich über dem Laden eine kleine Lounge mit Platz für 8–10 Zigarrenraucher befindet.
Jean Claude Reichling, der übrigens perfekt Deutsch spricht, empfängt trotz des regen Publikumsverkehrs jeden Kunden gastfreundlich, gibt bereitwillig Auskunft und führt nicht ohne (durchaus berechtigten) Stolz durch die Räume.
Da die Preise für das Standard-Sortiment etwas höher sind als in Deutschland, sollte man für ein Mitbringsel sein Augenmerk besonders auf die „Ediciónes Regionales“ lenken, in diesem Fall „Benelux“ (ab 2011 seltsamerweise nur noch „Belux“).
Hier waren zur Zeit dieser Reise noch fünf verschiedene Editionen vorrätig und auf Empfehlung von M Reichling fiel die Wahl auf eine JUAN LOPEZ SELECCION No.3 EXCLUSIVO BENELUX 2010. Alle fünf hiervon vorhandenen Kabinett-Kisten wurden geöffnet und die Zigarrenbündel für eine optische und olfaktorische Wahrnehmung präsentiert.
Die mitgebrachten Zigarren wurde im Rahmen einer kleinen Genießerrunde verköstigt und durchweg als sehr gelungen beurteilt. Trotz des kleinen HALF ROBUSTO Formats entfaltet die Juan Lopez bis zum letzten Drittel ihr Aroma in beachtlicher Vielfalt. Bei mittlerer Stärke und einem Stückpreis von 8,90 EUR eine sehr angenehme Art, einen Zigarrenabend zu beginnen.
Wer übrigens in Luxemburg auch am späten Abend noch eine Zigarre in stilvoller Umgebung genießen möchte, dem sei das Hotel SOFITEL LE GRAND DUCAL empfohlen, das im 7. Stock eine Bar mit atemberaubendem Blick über die Stadt bietet und in der dem Gast selbstverständlich ein Zigarren-Aschenbecher gereicht wird, sobald er seine (vielleicht in der Casa erworbenen) Zigarren hervorholt.
Links:
www.lacasadelhabano.lu