Kuba erkennt man immer.
Mit dieser Einstellung gingen die Aficionados an das Blind-Tasting von kubanischen und nichtkubanischen Zigarren heran. Dass die richtige Bewertung auch ausgesprochen habanophilen Rauchern nicht immer gelingt, sollte der weitere Verlauf des Abends zeigen.
Thomas Vollmer, Geschäftsführer der 153 Wolsdorff–Filialen und zwei Davidoff–Flagstores in der Bundesrepublik sowie oft und gern gesehener Ausrichter der Loungeabende, stellte die Anwesenden vor die sensorische Herausforderung, aus vier Zigarren die zwei Habanos herauszufinden und die persönlichen Favoriten zu benennen. Dazu waren die ausgewählten Puros von ihren Zigarrenringen befreit und anschließend mit nummerierten Ringen versehen worden.
Bei den ersten Degustationsmustern handelte es sich um Corona Formate mit den Nummern 1 und 2. Diese wurden von den meisten Aficionados parallel verkostet.
Die Beurteilung der Testzigarren erfolgte nach den Faktoren: Haptik, Rollzustand, Geruch, Verarbeitung, 1. Zug, Asche, Zugverhalten, Rauch, und Geschmacksempfinden.
Bei den ersten sieben Punkten wurden nur geringe Abweichungen zwischen den beiden Puros festgestellt. Beim Geschmacksempfinden wurden jedoch deutliche Unterschiede zwischen den Zigarren ausgemacht.
Während bei der Bewertung die Mehrzahl der Anwesenden die Zigarre mit der Nr. 1 als die geschmacklich gehaltvollere und interessantere Puro beurteilten, war die Ansicht, welche der beiden Testexemplare aus Kuba stammt, geteilt.
Die Mehrzahl der Connaisseurs mit einem Hang zu kubanischer Rauchware benannten die Nr. 1 als Habano, die Liebhaber nichtkubanischer Zigarren vertraten dagegen die Ansicht, die Nr. 2 sei ein Produkt aus dem Mutterland der Zigarre.
Die Auflösung sorgte dann auch für Überraschung bei den Habanos-Enthusiasten und für Genugtuung auf Seiten der „Nicht–Kubaner“. Bei der Zigarre mit der Nr. 1 handelte es sich um eine Camacho Criollo und bei der Nr. 2 um eine Montecristo No. 3.
Direkt nach der Auswertung der Testergebnisse ging es in die zweite Verkostungsrunde, in der nun Zigarren mit größeren Ringmaßen verglichen wurden. Hier fiel die Bestimmung der Habano deutlich leichter. Montecristo Edmundo gegen Camacho Corojo – wahrscheinlich war es so leicht gemacht worden, um die geschundenen Seelen der Habanophilen zu besänftigen, die in der ersten Runde falsch gelegen hatten.
Im Verlauf des Abends wurde die Spendenbox für den Wiederaufbau Haitis mit 220.- Euro gefüllt. Dieser Betrag wird in den nächsten Tagen auf das Konto des Haiti-Not-Hilfe e.V. überwiesen.
Auch bei der nächsten Veranstaltung in der AOS-Zigarrenlounge wird es um die sensorischen Fähigkeiten der Aficionados gehen. Denn am 16. März 2010 findet eine Verkostung im Rahmen des Habanos-Experten-Wettbewerbes 2010 statt.