24-10-11 13:14 Alter: 210 days
VON:ROY KUMMER
Viel Rauch um Alles …
Barbecue und Zigarren in der Villa des Lexikon-Meyer.
Unkonventionell durch und durch. Mitten unter der Woche lud das TABAK-KONTOR Leipzig zum Barbecue & Smoke in die Prunkvilla des einstigen Verlagsbuchhändlers Herrmann Julius Meyer, (ganz recht – der Lexikon-Meyer), die 1885/1886 im Stile eines italienischen Palazzo der Hochrenaissance errichtet wurde.
Barbecue, das bedeutet Schneckentempo zum kulinarischen Genuss, duftenden Rauch, jede Menge Vorfreude, hemdsärmelige Lebenslust, üppig Fleisch, Steakbesteck und, nun ja, Pappteller – alles etwas ungewohnt für das gediegene historische Ambiente, in dem der CLUB INTERNATONAL residiert, der den Rahmen für das gesellschaftliche und geschäftliche Miteinander von Leipziger Unternehmern und ihren Gästen bietet.
Bereits lange vor Beginn der Veranstaltung entwickelte der „Smoker“, ein an historische Dampfrösser gemahnendes Multifunktionsmonster im Garten der Villa, gewaltige Rauchwolken.
Angeheizt und bedient wurde es von Barbecuemeister „Rue“ – Rüdiger Rothe, seines Zeichens Mitglied und Juror der German Barbecue Association. Auf den Rosten und in den Garkammern des hitzeknisternden Ungetüms bereiteten Rue & Assistentin amerikanisches Rinderfilet mit BBQ-Rub-Kruste, marinierte Lammkeule, gesmokerte Putenbrustfilets mit Rohrzucker, Cajun und Cranberry-Sauce, gerollten Bacon mit Whiskey-Glasur, Lachs auf Zedernholz und eine ganze Menge anderer ungemein schmackhafter Kombinationen zu.
Bratendüfte und wohlriechender Buchenholzrauch erwiesen sich als perfekte Appetitmacher – niemand, der danach seinen Teller nicht ein zweites Mal voll beladen hätte. Unentwegte schafften vier und mehr Mannportionen und legten somit eine gute Grundlage für den anschließenden Zigarrengenuss. Bald waberten aromatische Schwaden durch die Luft und keine Kehle blieb trocken.
Verkostet und für außergewöhnlich befunden wurden die noch etwas jugendlichen Sancho Panza Escuderos – Edicion Regional para Alemania 2011. Eine perfekte Smoke-Dramaturgie erlebte jedoch garantiert, wer sich der Empfehlung des Abends anschloss und nach dem Haselnuss-Westernkaffee zunächst eine gut gereifte La Punta der Marke San Cristobal de La Habana (Boxingdate 4/08 ) und danach eine Saint Luis Rey Serie A (Boxingdate 3/07) gönnte.
Alle drei Zigarren boten reichlich Gelegenheit, sich durch die Abfolge der Röst- und Raucharomen der saftigen Braten und die Ergänzung durch die feinen Tabakmischungen zu schmecken. Alle fünfundvierzig Gäste waren in den frühen Morgenstunden satt und begeistert. Auch Meister Rue selbst, der gern selbst zur Zigarre greift, zumeist aber der Pfeife den Vorzug einräumt.