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07-05-19 09:14 Alter: 197 days

VON:GESCHICHTSWERKSTATT

Was ist eigentlich: H. Upmann

Der tägliche Zug Zigarrenwissen.

Heute aus der Geschichtswerkstatt: H.Upmann.



Was ist eigentlich …


Die legendäre H.Upmann-Manufaktur „La Madama“, wahrscheinlich von 1891 bis ca. 1920 in Betrieb. Über diese Fabrik und wie lange dort Cigarren gefertigt wurden, ist leider fast nichts bekannt.


Die H.Upmann-Manufaktur von 1937 bis 1944 auf der Calle Virtudes No. 609.


Die H.Upmann-Manfaktur von 1944 bis 2003 auf der Calle Amistad No. 407.


Die H.Upmann-Manufaktur von 2003 bis 2011 auf der Calle 23.


Die aktuelle H.Upmann-Manufaktur auf der Calle Belascoain No. 852.

Im Jahre 1844 wanderte die ursprünglich aus Bremen stammende Familie Hupmann nach Cuba aus. Ihr Erscheinen dort sorgte für eine gewisse Aufmerksamkeit, waren doch im Tabak- und Cigarrengeschäft sonst eher Spanier oder Holländer tätig. Gleich nach ihrer Ankunft eröffneten die Brüder August und Hermann die „H.Upmann-Fabrik“ auf der Calle San Miguel No.85 in Havanna.

Bis heute ist unklar, was das „H“ vor dem Namen bedeutet. Manche Quellen gehen davon aus, dass das „H“ für „Hermanos“ (span. Brüder) steht. Das „H“ könnte aber auch die Abkürzung des Vornamens Hermann sein.

Hermanns Neffen Alberto und German gründeten eine Bank in Havanna. Die geschäftlichen Beziehungen zwischen der Bank und der Cigarrenfabrik waren sehr eng. H.Upmann-Cigarren wurden sofort ein großer Erfolg, bereits 1891 musste eine neue und größere Fabrik für mehr als 200 Arbeiter gebaut werden; eine sehr große Fabrik für die damalige Zeit.

Aber die Familie hatte Pech. 1922 musste die Upmann-Bank Insolvenz anmelden und auch die Fabrik ging bankrott.

Doch das war nicht die Schuld der Upmann-Brüder. Während des Zweiten Weltkrieges wurden alle deutschen Unternehmen auf eine schwarze Liste gesetzt und boykottiert. Der britische Cigarrenimporteur „J. Frankau & Co.“ erwarb die Markenrechte und ließ die „Solaún Brothers“, erfahrene Rohtabakeinkäufer, die Cigarren bis 1937 in Lizenz fertigen.

1936/37 kündigte „Frankau S.A.“ den Vertrag und übertrug die Lizenz an die Firma „Menéndez Garcia and Co“. Unter ihrer Führung ging es rapide aufwärts. Denn Alonso Menéndez und José Garcia waren jene Männer, die 1935 auch die Marke Montecristo anmeldeten und zum Erfolg führten.

Der Vertrieb der Montecristo-Cigarren lief über die britische „John Hunter Morris and Elkan Company“, der der Upmann-Cigarren weiterhin über „J. Frankau & Co.“ Die Marke Montecristo war sehr erfolgreich und auch die H.Upmann-Cigarren profitierten davon.

Von 1937 bis 1944 etablierten Menéndez und Garcia die Produktion fast sämtlicher Cigarren auf der Calle Virtudes No.609. Laut eines Handelsregistereintrags von 1940 wurden dort, neben den Cigarren der Marke H.Upmann, auch Montecristo, Particulares und El Patio gefertigt. Die beiden letzten Marken sind heute kaum noch ein Begriff.

Doch schon 1944/45 erfolgte der Umzug auf die Calle Amistad No.407-409. Die Manufaktur in der Calle Virtudes war zu klein geworden, um den inzwischen gewaltig gestiegenen Bedarf an Cigarren der Marke zu decken. Man musste deshalb die Produktion in eine größere Fabrik verlegen. Die ehemalige Fabrik auf der Calle Amistad ist auch heute noch eine bekannte Adresse der H.Upmann-Manufaktur. Bis 2003 wurden dort Cigarren gefertigt.

Noch während der Revolution in Cuba in den späten 1950er Jahren war H.Upmann der größte Exporteur von Cigarren in Cuba. Die Fabrik produzierte ununterbrochen während dieser Zeit. 1961 beschloss die Familie Menéndez, Cuba zu verlassen. Die Fabrik wurde durch das staatliche Unternehmen Cubatabaco übernommen.

Im Jahr 2003 verlegte man die Produktion der Marke H.Upmann auf die Calle 23 in Havannas Stadtteil Vedado, in ein 1927 erbautes Gebäude, dass schon immer als Fabrik genutzt wurde. Ursprünglich hieß sie „Particulares-Manufaktur“.
In dieser Fabrik arbeiteten über 600 Arbeiter. Leider musste die Belegschaft schon im Jahr 2011 das Gebäude wegen eines Schadens im Dach wieder räumen. Seitdem steht das Gebäude leer.

Heute werden die Cigarren der Marke H.Upmann auf der Calle Belascoain No.852 gefertigt. Dabei handelt es sich um das Gebäude, dass viele Jahre lang als „Romeo y Julieta-Manufaktur“ bekannt gewesen ist.

Charakteristisch für ihren leichten bis mittelkräftigen Geschmack sind die beiden bekanntesten Formate der Marke, die Magnum 46 und die Magnum 50, welche 2008 eingeführt wurde. Andere sehr bekannte Formate sind die Klassiker „No.2“ im Figurado-Format, die majestätische „Sir Winston“ (im Format Julieta No.2, das auch als „Churchill“ bekannt ist) und die „Connoisseur No.1“. Die jüngsten Ergänzungen der traditionsreichen Marke sind die „Half Corona“, die im Jahr 2011 eingeführt wurde und die „Magnum 54“, die seit 2016 die Linie „Magnum“ komplettiert.

Alle Einlage- und Umblätter der H.Upmann-Cigarren stammen aus der Tabakanbauzone Vuelta Abajo, die als Heimat des Tabaks bekannt ist, der zum besten der Welt zählt. Alle Formate sind totalmente a mano, tripa larga – vollständig von Hand gefertigte Longfiller.