23-03-16 11:01 Alter: 10 yrs
VON:GH
Zigarrenrauch statt Weihrauch
Pfarrerin Kerstin Kiehl rauchte aus dienstlichen Gründen in der evangelischen Kirche von Groß-Eichen eine Cohiba Edición Limitada Robustos Supremos (EL 2014).
 |   Die dreifache Habanos-Expertin und Pfarrerin Kerstin Kiehl mit Dienstzigarre
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  Solche Thementische würden mehr Besucher in die Kirchen bringen.
  Das Titelbild des diesjährigen Weltgebetstages. © weltgebetstag
 
 
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Am ersten Freitag im März wird jedes Jahr rund um den Globus der Weltgebetstag mit einem besonderen Gottesdienst gefeiert. Der Weltgebetstag ist eine Basisbewegung christlicher Frauen. Vorbereitet wird er von Frauen aus dem jährlich wechselnden Themenland. „Nehmt Kinder auf und ihr nehmt mich auf“. Dieses Bibelwort aus dem Markusevangelium war Thema, und Kuba war das Gastgeberland des diesjährigen Weltgebetstags.
Für den Ablauf des Gottesdienstes steht ein Liturgieentwurf allen mitfeiernden Gemeinden zur Verfügung. Mehr als 20 kubanische Frauen unterschiedlicher christlicher Konfessionen hatten Texte und Lieder ausgewählt. Sie erzählen darin von Sorgen und Hoffnungen angesichts der politischen und gesellschaftlichen Umbrüche in ihrem Land.
So stand der größte und bevölkerungsreichste Inselstaat der Karibik am Abend des 4. März auch im Mittelpunkt des Gottesdienstes in der evangelischen Kirche von Groß-Eichen im hessischen Vogelsberg. Pfarrerin Kerstin Kiehl und ihr Vorbereitungsteam hatten zu diesem kubanischen Gottesdienst eingeladen, der in Verbundenheit mit allen Frauen rund um den Erdball gefeiert wird und zu dem, so ist es Tradition, auch Männer herzlich eingeladen sind.
Bereits am Nachmittag hatte die habanophile Pfarrerin und dreifache Habanos-Expertin mit einer Cohiba Edición Limitada Robustos Supremos (EL 2014) den Duft der Karibik in die Kirche gebracht. Dies war, so betonte sie stolz, ihre erste dienstliche Zigarre im Gotteshaus. Marke und Vitola hatte sie der Feier und der Würde der Veranstaltung angepasst.
Traditionsgemäß waren Kirche und Altarbereich themengerecht dekoriert. Hier standen neben dem Schmetterlingsjasmin, einer Landkarte Kubas, verschiedenen typischen Obst- und Gemüsesorten und der Weltgebetstagskerze eben auch die kubanischen Zigarren im Mittelpunkt. Die am Gottesdienst teilnehmenden Frauen waren bunt gekleidet und symbolisierten die Frauen aus Kuba. Kerstin Kiehls Kollegin, Pfarrerin Susanne Metzger-Liedtke aus dem Nachbarort Freienseen, – die beiden Orte wechseln sich bei den Weltgebetstagen ab – tanzte zu den Rhythmen der kubanischen Musik, die von einer extra zu diesem Anlass erschienenen CD kamen.
Von der „schönsten Insel, die Menschenaugen jemals erblickten“ schwärmte Christoph Kolumbus, als er 1492 im heutigen Kuba an Land ging. Mit subtropischem Klima, weiten Stränden und ihren Tabak- und Zuckerrohrplantagen ist die Insel ein Natur- und Urlaubsparadies. Ihre 500-jährige Zuwanderungsgeschichte hat eine kulturell und religiös vielfältige Bevölkerung geschaffen. Der Großteil der über 11 Mio. Kubanerinnen und Kubaner ist röm.-katholisch. Eine wichtige Rolle im spirituellen Leben vieler Menschen spielt die afrokubanische Religion Santería. Der sozialistische Inselstaat ist nicht erst seit Beginn der US-kubanischen Annäherung Ende 2014 ein Land im Umbruch – mit seit Jahren wachsender wirtschaftlicher Ungleichheit.
Illustriert wurde der Weltgebetstag 2016 durch das Titelbild der jungen kubanischen Künstlerin Ruth Mariet Trueba Castro. Dieses Bild greift Motive aus dem Lebensalltag der Menschen in Kuba auf. Darunter ist ein Pferde- oder Eselskarren, der auf Kuba Menschen und Güter transportiert. Die Hände symbolisieren die Vielfalt innerhalb der kubanischen Bevölkerung.
Nach dem Gottesdienst trafen sich die Gottesdienstbesucher im angrenzenden Gemeindehaus. Dort gab es leckere Speisen nach kubanischen Originalrezepten, die von den Damen des Frauenkreises zubereitet worden waren. Das Groß-Eichener Weltgebetstagsteam hatte zudem noch eine Cocktailbar für Cuba libre, Mojito und alkoholfreie Cocktails eingerichtet. Ein langer und gemütlicher Abend – leider ohne weiteren Zigarrenduft, da ja in öffentlichen Gebäuden, zu denen auch Gemeindehäuser zählen, nicht geraucht werden darf.
Da bekommt das Wort „Kirchenasyl“ doch gleich eine andere Bedeutung.