16-07-09 09:27 Alter: 17 yrs
VON:NR
2 Semester Chemie und Physik in zwei Stunden
Über die Kunst der richtigen Zigarrenlagerung referierte Marc André, Deutschlands renommiertester Humidorbauer, in der »Art of Smoke Zigarrenlounge«.
 |   Marc André, DER HUMIDOR
  Umfangreiches Anschauungsmaterial
  Bilder aus der …
  … Gruselgalerie (Alle Bilder: Nils Rosada)
 
|
Er hat ein profundes Wissen und wenn er vorträgt, ist es so etwas wie missionarischer Eifer, mit dem Marc André seinen Zuhörern predigt, auf was man wann bei der Lagerung von Zigarren achten muss. Dass der schwäbische Tüftler dabei mitunter „wie“ und „als“ vertauscht, fällt allenfalls norddeutschen Pedanten auf.
Er hat keinerlei Berührungsängste vor Produkten anderer Hersteller und benennt deren Schwachstellen – teils mit drastischen Worten; was natürlich nicht gerade Freunde verschafft.
Im Gegenzug scheut er sich aber auch nicht, ebenso ehrlich von den eigenen Produktproblemen oder Kinderkrankheiten zu berichten. Hat man jemanden in der Branche schon einmal Reklamationsquoten nennen hören? Von 12.000 seiner verkauften Hydrocases seien 423 – insbesondere in der Anfangszeit – wegen Mängel zurückgekommen, berichtete Marc André.
In zwei Stunden ging der Fachmann auf höchst unterhaltsame Weise auf physikalische, chemische und biologische Grundlagen des Humidorbaus ein. So erfuhr man, dass feuchte Luft leichter ist als trockene oder die spanische Zeder eigentlich keine Zeder ist, sondern zur Familie der Mahagoni-Bäume gehört.
Warum eignet sich das Holz der spanischen Zeder wie kein anderes zur Auskleidung von Humidoren? Die Aromakurven von Tabak und Holz stimmen zu 90 Prozent überein, was den Zigarren einen „letzten Schliff“ verleiht.
Wenn die Tür des Humidorschrankes geschlossen ist, dehnt sich aufgrund der Feuchtigkeit innen und der relativen Trockenheit außen das Holz der Tür innen und würde die obere und untere Ecke ca. 2 mm nach außen biegen. (Der Schlossbereich kann sich nicht verändern, da er durch das Schloss gehalten wird.) Um dieses zu verhindern, werden seine Humidore mit 2 mm Biegung nach innen ausgeliefert und durch einen Stahlrahmen verstärkt. Folge: Kurz nach dem „Einfahren“ des Humidors (ca. 3 Std.) ist die Tür gerade und damit dicht.
„Ein Buch wird noch etwas warten müssen“, meinte André, aber Anschauungsmaterial habe er in Hülle und Fülle. Und tatsächlich: Was mit Zigarren so alles passieren kann, war in einer umfangreichen Gruselbildergalerie zu sehen.
Der 38jährige André, der vor ca. 20 Jahren seine erste Zigarre rauchte, machte sich bald nach diesem Erlebnis daran, seinen ersten Humidor für den Eigenbedarf zu bauen. Dabei musste der damalige BWL-Student einige Rückschläge aufgrund von falschem Holz in Kauf nehmen. Durch ein Missverständnis gelangte er wenig später in den Besitz von drei Kubikmetern spanischen Zedernholzes und entschloss sich, dieses über einen Webshop zu verkaufen. So wurde der Grundstein der Firma „Der Humidor“ und des profunden Wissens rund um die Zigarrenlagerung gelegt.
Wer einen professionellen Humidor in Betrieb sehen möchte, schaue einfach in und auf den Zigarrenschrank in der „Art of Smoke Zigarrenlounge«.
Links:
www.humidorbau.de
www.artofsmoke.de/zigarrenlounge/