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50. Casa-Tasting • Primeur Habanos

Im Juli 2007 wurde in der Casa del Habano Berlin die Bolivar Royal Corona als „Zigarre des Monats“ getestet. Elf Tastingteilnehmer waren auf den Genuss einer der neusten Produktionen aus Havanna gespannt, trugen doch die Kisten das sehr junge Boxingdate Mai 2007.



50. Casa-Tasting in Berlin

Das Deckblatt war mittelmäßig bis fein in der Struktur – bei einer colorado-claro Färbung. Innerhalb der Kiste war die Rollgeometrie sehr ungleichmäßig, von hart bis sehr weich. Orthonasal bot die Zigarre kaum etwas. Nur sehr leichte, erdige Noten und etwas Zeder wurden wahrgenommen.

Der Geschmack direkt nach dem Anzünden war geprägt durch salzige, süße und pikante Aromen. Das Zugverhalten war gut. Bei drei Zigarren war jedoch gar kein Zugwiderstand zu spüren, was die Tester mit einem zu leichten Zug bewerteten.

Während des Rauchens stellte sich nur bedingte Freude ein. Der Körper des Rauchs war zwar vollmundig, jedoch das damit einhergehende Aromenvolumen sehr bescheiden. Aromen von Pfeffer und feuchter Erde ließen die Zigarre nur eindimensional erscheinen.

Die Rauchdynamik steigerte sich kaum. Der Brand der Zigarre war gut. Die Asche war hellgrau eingefärbt und hinterließ eine gleichmäßig feine Maserung. Im Durchschnitt hielt die Asche 2 cm, bei mittlerem Collazo-Effekt. Ungewöhnlich bei der Jugendlichkeit der Zigarre war das komplette Fehlen von Tabakölexplosionen. Eine Folge der Heißlufttrocknung?

Insgesamt erhielt die Bolivar Royal Corona eine +0,5 (auf der Skala -2 bis +2). Diskutiert wurde über das Reifepotenzial, der sich im Moment in der „Sick-Periode“ befindlichen Zigarre. Angesichts der flachen Aromenentwicklung erscheint die Zigarre auch in ausgereiftem Zustand wenig erfolgversprechend. Sicher keine Lagerzigarre, eher ein wenig ausbaufähiger Primeur.