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13-02-08 14:24 Alter: 19 yrs

VON:MAXIMILIAN HERZOG, BERLIN

56. Casa-Tasting • Die Tradition geht weiter

Auch im ersten Jahr der Prohibition gehen unsere Tastings weiter. Am 3. Januar 2008 testeten siebzehn Teilnehmer/innen in der Casa del Habano Berlin eine Bolivar Corona Extra Cabinet aus der Produktion Februar 07.



Im Casa-Test: Bolivar Corona Extra Cabinet

Die Deckblätter waren in feiner Qualität mit nur wenigen Rippen bei gleichmäßig fester Rollung, verbunden mit ausgeprägten Luftkanälen.

Die Bolivar verströmt einen angenehmen Geruch. Erinnert hat er an Ländliches, moorigen Boden, feuchtes Stroh und Stall.

Die Zigarre beginnt mit großzügigem salzig-pikantem Geschmack. Kaum eine Tastingzigarre der letzten Zeit startete geschmacklich so intensiv.

Das Zugverhalten wurde von allen Testern gelobt.

Der erste positive Eindruck wurde durch die Entwicklung des Rauchkörpers unterstützt: vollmundig und gegen das letzte Drittel noch gehaltvoller – bei großzügigem Aromenvolumen. Bodennahe Aromen dominierten das Geschmackserlebnis. Eine Note von Limone verlieh der Bolivar eine interessante Komplexität.

Asche: Sehr fein gemasert, gleichmäßige Ringe und gute Haltbarkeit (Hoher Collazo-Effekt).

Bis ins letzte Drittel hinein ließ sich die Zigarre bei guter Eigenbrandtemperatur problemlos rauchen.

Insgesamt erhielt die Bolivar Corona Extra aus dem Cabinet eine +1,2 auf unserer Skala.

Zur Zigarre offerierte die Casa einen im Akazienfass weich gemachten 96er Wacholder-Eibenbrand von Dirker - ein bestechend runder Brand. Doch auch er offenbarte eine Grundsatzfrage: Eignen sich Brände, auch sog. Zigarrenbrände zur Zigarre wirklich? So sehr sich die Tester anstrengen, die Qualität der Zigarre zu bestimmen, so sehr fällt es ihnen in der Regel schwer, die Qualität der Kombination zu bewerten. In diesem Fall ging die Auseinandersetzung unter im apodiktisch vorgebrachten „passt nicht, basta“ eines Teilnehmers.

Hier zieht es der Berichterstatter vor, zum Selbstversuch der Leser dieser Zeilen aufzurufen.