13-10-09 10:29 Alter: 17 yrs
VON:GH
60er Ringmaß, schwarze Gläser und fünf verschiedene Deckblätter
Knapp 200 Besucher hatten das Eintrittsgeld von 29 Euro überwiesen, um an der Cigarworld-Messe teilzunehmen.
 |   Uwe Müller mit La Aurora und fünf verschiedenen Deckblättern.
  Ringmaß 60 und 64 bei 100 mm Länge – die NUB mit Thorsten Wolfertz und dem NUB-Hut.
  100 Jahre Zigarrenmanufaktur August Schuster – Philipp Schuster, einer der beiden Chefs der Bündener Zigarrenmanufaktur.
  Auf der Suche nach WAS? – Thomas Hammer vor schwarzen Gläsern und neben einem Havanna-Humidor.
  Um dem Andrang Herr zu werden, wurde das Platzangebot kurzfristig erweitert.
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Dafür gab es einen üppigen Gegenwert: Rum und fast ein Dutzend Zigarren der ausstellenden Unternehmen sowie einen Begrüßungs-Cuba-Libre. Zur Fortbildung des geneigten Zigarrenrauchers trugen sechs Vorträge bei.
Greifen wir ein paar Themen heraus.
- Wer schon immer mal wissen wollte, welchen Einfluss das Deckblatt auf den Geschmack der Zigarre hat, war bei Uwe Müller und La Aurora richtig. Die präsentierte La Aurora 1495 Connoisseur Selection beinhaltet fünf ausgewählte Robustos, die bei identischer Einlage und identischem Umblatt unterschiedliche Deckblätter tragen: Brazil, Cameroon, Connecticut, Corojo, und Ecuador.
- Die NUB (gesprochen: Napp) ist das neueste Produkt im Hause Wolfertz, dessen Inhaber Thorsten neben scharfen Sachen (Cutter, Scheren, Bohrer) und nach der Zigarrenmarke 601 eben diese kleine und knubbelige NUB in das Programm aufgenommen hat. Beeindruckend immer wieder der Collazo-Effekt dieser Zigarre. Abaschen nicht erforderlich, der Rest der Zigarre steht auf der Asche. Selbst Markus Clemen (La Casa del Habano Frankfurt) äußerte sich höchst lobend über diese Zigarre.
- Philipp Schuster präsentierte Rodrigo de Jerez, die neue Essenz der Karibik aus der Zigarrenmanufaktur Schuster. Heimische Zigarrenproduktion war unter anderem Thema seines Vortrages.
- Der redegewaltige und nie um eine Antwort verlegene Thomas Hammer vom Havanna-Importeur 5THAvenue stellte seinem Auditorium die Frage: „Blind-Tasting … auf der Suche nach WAS?“ Geheimnisvolle Getränke in schwarzen Gläsern standen am Anfang seiner Performance, wie man den Auftritt dieses Sensorikexperten auch nennen könnte. Zur Wiederholung empfohlen.
Etwas deplatziert erschien lediglich Diageo, Distributeur von Ron Zacapa. Am Eingang des Degustationsraumes wurde man aufgefordert, seine Zigarre zu verlöschen. Passt der neue Ron Zacapa (Solera) nicht zu Zigarren? Ist der geschulte Gaumen des Zigarrenrauchers den Herren von Diageo zu fein oder zu grob? Egal. Es handelt sich um eine generelle Anweisung der Marketingabteilung und die wird umgesetzt. Man darf nun spekulieren, was das soll. Der Ron Zacapa von vor drei bis vier Jahren war eine fast schon göttliche Offenbarung. Der Nachfrageboom hat dazu geführt, dass immer mehr junge und jüngste Anteile hinzugefügt werden. Die aktuelle Produktion hat nichts mehr mit dem zu tun, was den Ruhm der Marke einst begründete … Damit ist der irritierende Teil der Veranstaltung auch schon erledigt.
Der Holzboden im Zelt war nass. Es hatte geregnet, aber wirklich gemerkt hat das kaum jemand und gestört schon gar nicht. Für das leibliche Wohl standen nachmittags Kaffee und Kuchen bereit, dem am Abend Gulasch- und Kartoffellauchsuppe folgten.
Mit der Cigarworld-Messe wurden zugleich neue Räumlichkeiten präsentiert. Aber das wissen Sie ja bereits.
Diese und weitere Bilder gibt es in der Bildergalerie II.
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