Unser November-Tasting stand ganz im Zeichen von »Romeo y Julieta«.
Nicht nur, dass wir die »Cedros de Luxe No. 1« zu unserer Zigarre des Monats gewählt hatten, auch der eigentliche Star unseres Abends kam direkt aus der »Romeo y Julieta«-Fabrik in Havanna. Virginia Viga Cansino leitet dort die Ausbildung aller 70 Nachwuchs-Rollerinnen. Es passte also gut, dass sie auf ihrer Deutschland-Tournee ausgerechnet zum Tasting auch bei uns Station machte.
Da unsere Zigarre des Monats im Oktober 2007 produziert wurde, konnten wir den direkten Vergleich zur frisch gerollten Puro erleben. Noch dazu hatte unsere Gast-Rollerin den Tabak aus der »Romeo y Julieta«-Produktion in ihrem Reisekoffer mitgebracht.
Das ist längst nicht die Regel: Meistens erhalten die Rollerinnen aus Kuba ihr Material über den Importeur 5THAvenue Products. Doch Virginia Viga ist schließlich mit Lazaro, dem Direktor der »Romeo y Julieta«-Manufaktur verheiratet und hat damit die besten Beziehungen.
Bei unserem Abend stahl sie mit ihrer Rollerkunst, mit der Demonstration von Rollfehlern und mit Rollerkursen für die Gäste unserer eigentlichen Tasting-Zigarre ein wenig die Show.
Unsere »Cedros de Luxe No. 1« im Lonsdale-Format fristet eigentlich ein Mauerblümchen-Dasein. Sie gehört nicht zu den Bestsellern der bekannten Marke. Von den drei einzigen in Zedernholz gewickelten Formaten von »Romeo y Julieta« ist sie mit einer Länge von 165 Millimetern die größte.
Der leichte angenehme Geruch vor dem Anzünden wird deshalb von Zedern-Noten dominiert. Die feinen Deckblätter werden unter Gazen gezogen. Sie wirken hauchdünn und sind dennoch reißfest.
Beim durchweg guten Zug und dem anfangs angenehmen salzigen Geschmack waren sich alle unsere Tester einig. Später jedoch gingen die Meinungen etwas auseinander. Nur einige etwa waren vom Körper des Rauchs „nicht so überzeugt“, und auch das Aromenvolumen hielt nur ein Teil für besser als mittelmäßig.
Vor allem in Richtung Leder, Heu und Nuss tendierten dann die Aromen. Ihre Komplexität wirkte wenig interessant. So kam die Rauchdynamik im ersten Drittel eher leicht daher und zeigte nur wenig Entwicklung.
An der dunkelgrauen, bis zu 5 Zentimeter haltbaren und festen Asche war eine mittlere Rollqualität erkennbar (Collazo-Effekt).
Am Ende tendierten unsere Tester dennoch zu einer „sehr guten“ Bewertung von +1 auf unserer Skala zwischen -2 und +2.
Wir sehen kein weiteres Reifepotenzial in unserer »Cedros de Luxe No. 1« für je 9,80 Euro. Dennoch könnte sich die Lagerung der Zigarre lohnen, denn zur Zeit gibt es die 25er-Kiste mit gleichem Boxingdate noch zum „alten“ Preis von 232,80 Euro.