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08-09-15 00:01 Alter: 11 yrs

VON:NORBERT MÖHRING

Asylum 13

Ein Degustationsbericht.



Norbert Möhring, »Art of Smoke«-Tester und -Autor beim Test der Asylum 13.


Man muss die Asylum 13 in der Hand gehabt haben, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was es bedeutet, statt einer zierlichen und normalen Vegas Robaina Unicos eine schiffskolbengroße 60-Gramm-Zigarre in Händen zu halten.

Ich habe der Aufforderung, über die Verkostung einer Asylum 13 zu berichten, sofort Folge geleistet und mich mit einer 80 x 8 Ogre, die ich bereits im Humidor hatte, ins Rauchwerk, unsere Zigarrenlounge in Bonn, aufgemacht.

Mein 28-mm-Cutter hätte gerade so gereicht, das Monstrum anzuschneiden. Ich habe mich aber zunächst für den 11-mm-Bohrer entschieden, da ein Schneiden danach ja immer noch möglich gewesen wäre. Siehe da, das vergleichsweise kleine Loch lieferte bis zum Schluss einen hervorragenden Zug und das Bohren ist für dieses Format absolut zu empfehlen.

Für Leute, die ihre Zigarre gerne im Mund halten, ist das große schwere Ding aber nicht geeignet, es sei denn, man haut die Zähne rein und sabbert das Mundende langsam zu.

Die Zigarre ist nicht stark – etwa 4 von 10 »Art of Smoke«-Punkte – und das Aromenspiel eher verhalten. Bei dem Rauchvolumen und der Rauchdauer ist das nicht unbedingt von Nachteil. Bei mir stellte sich kein vorzeitiges Sättigungsgefühl ein. Die Zigarre wurde auch zum Ende hin nicht bitter, scharf oder bildete Feuchtigkeit. Ein rundum angenehmer Smoke, der den Raucher nie überfordert.

Die Ogre hat eine tolle Optik, fühlt sich gut an und scheint vom äußeren Eindruck her gut verarbeitet zu sein.

Mein Exemplar hatte allerdings deutliche Mängel im Abbrand. Es bildete sich immer wieder Schiefbrand. Dort lag wohl ein Luftkanal, der nicht fühlbar war. Ich musste immer wieder mit dem Feuerzeug korrigierend eingreifen, um die Zigarre auf Kurs zu halten.

Ansonsten war der Abbrand gut und die Asche erwies sich als sehr stabil. Einmal Abaschen nach knapp 80 Minuten. Die Gesamtrauchdauer lag nur bei zweieinhalb Stunden, was wohl auf die Kanalbildung und das dadurch notwendige korrigierende Zünden zurückzuführen ist. Ohne diesen Fehler hat die Zigarre das Potenzial zu einem deutlich längeren Rauchgenuss.

Beurteilung nach den »Art of Smoke«-Kriterien:

Optik: 9 von 10
Zug: 10 von 10
Abbrand incl. Aschebildung: 7 von 10
Aroma: 6 von 10
PreisLeistung: 11 von 20
Stärke (kein Bewertungskriterium): 4 von 10

Gesamt: 43 von 60 »Art of Smoke«-Punkten.