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09-09-12 18:42 Alter: 14 yrs

VON:DIRK REHDER

Aus Raider wird Twix – sonst ändert sich nix? Der Schluss

Dieser Artikel erschien zuerst beim Havanna Cigar Club, dem Club, in dem die Habanophilen von Xing zuhause sind. Er erscheint hier mit freundlicher Genehmigung des Autors.


Der ursprünglich eingebrannte Markenname „La Gloria Cubana“ wurde mit einem Metallplättchen überklebt.
Der ursprünglich eingebrannte Markenname „La Gloria Cubana“ wurde mit einem Metallplättchen überklebt.

Vegas Robaina (La Gloria Cubana) – Edición Regional Adriático 2008.

Diese Zigarre ist ein Kuriosum und zeigt, was in Kuba Markencharakter bedeuten kann.

Camelot, das Pendant der 5THAvenue für den Raum Kroatien, Montenegro, Bosnien-Herzegowina und Slowenien, hatte für das Jahr 2008 bei Habanos eine La Gloria Cubana Marshall, eine Zigarre der Vitola Robustos, als Edición Regional in Auftrag gegeben. Die Zigarren wurden in Kuba gefertigt, mit zwei Zigarrenringen versehen und in kleine lackierte Holzkistchen zu jeweils zehn Stück in Form 3–4–3 verpackt. Insgesamt wurden 15.000 Zigarren gefertigt, sodass es 1.500 Kistchen dieser Zigarren gab. 

Bei der Einfuhr nach Kroatien sah sich der Importeur Camelot einem Markenrechtskonflikt hinsichtlich der Marke La Gloria Cubana ausgesetzt, denn diese Marke gehört in Kroatien jemand anderem. Obwohl Habanos sich rühmt, diese Marke bereits erfolgreich in Belgien, Frankreich, Deutschland und Spanien verteidigt und für sich durchgesetzt zu haben, scheint das in Kroatien anders verlaufen zu sein. 

Also ist die komplette Lieferung zurück nach Kuba geschafft worden, wo auf wundersame Weise aus La Gloria Cubana Marshalls Zigarren der Marke Vegas Robaina wurden. Die Zigarren mussten alle wieder aus den Kisten genommen, die Markenringe mussten entfernt und gegen die von Vegas Robaina ersetzt werden. Für die Kisten, auf deren Deckel ein ovales Logo von La Gloria Cubana aufgedruckt war, wurde ein ebenfalls ovales Metallschild mit dem Logo von Vegas Robaina gefertigt, mit dem dann das Logo von La Gloria Cubana überklebt wurde. 

Das Ganze hat natürlich seine Zeit gedauert, sodass die Edición Regional für das Jahr 2008 den Aficionados vom Balkan erst 2009 zur Verfügung stand. 

Nun, gut vier Jahre später, stand ein solches Kistchen zur Verkostung seines Inhalts auf dem Tisch. Erwartungsfroh entzündete ich mein Exemplar, wohl wissend, dass mich eigentlich eine La Gloria Cubana erwartete. Zigarren dieser Marke würde ich als mild bis mittelkräftig einstufen und kenne sie mit vielschichtigen und subtilen Aromen. Mein Exemplar der Marshalls hatte ein feines Deckblatt und wenig Kaltgeruch. Vom ersten Zug an entwickelte sich eine ungestüme Kraft, die ich keinesfalls erwartet hatte. Kräftige erdige Aromen drängten auf mich ein, die trotz des Alters der Zigarre von vier Jahren noch unglaublich ruppig erschienen. Im Rauchverlauf entwickelte sich diese Zigarre kaum und blieb eher eindimensional. Ein leichter Schiefbrand und mehrmaliges Erlöschen bereiteten mir wenig Freude. Ob diese relativ schlechte Qualität dem vielen Hin und Her beim Transport zu verdanken ist, bleibt pure Spekulation. In jedem Fall war ich froh, als ich den letzten Rest dieser Robusto im Aschenbecher versenken konnte. 

Mein Fazit: Diese Zigarre hat eine irre Geschichte und wird von Sammlern deshalb vielleicht als Blaue Mauritius unter den Habanos gehandelt werden. Ihre Qualität lies für mich aber sehr zu wünschen übrig. Eine Zigarre, auf die ich getrost verzichten kann. 

(Der Autor ist Inhaber der grafischen Werkstatt Opens external link in new windowFischgrätdesign)