Aus welchem Material sollte ein Humidor bestehen?
Der tägliche Zug Zigarrenwissen. Diesmal von Paul Altenau, einem Hamburger Verleger, Zigarrenraucher und Sammler.
 |   Gut zu wissen ...
  Glatte Oberflächen ...
  ... nehmen keine Gerüche an.
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Seit einiger Zeit gilt eine Innenauskleidung des Humidors mit so genanntem Spanischen Zedernholz als das non plus ultra. Einige Hersteller teurer und hochwertig verarbeiteter Humidore verwenden dieses Holz.
Aus meiner Erfahrung kann ich diese Ansicht nicht bestätigen. Vielmehr scheint mir langfristig ein glattes Material (lackiertes Holz, Porzellan) deutlich besser geeignet. Warum?
Unbehandeltes Holz – selbst das stark riechende rote Zedernholz – nimmt nach und nach fremde Gerüche an. Das kann ein positiver Effekt sein, wenn es sich dabei um den Duft edler Zigarren handelt. Allerdings kann das unbehandelte Holz auch negative Gerüche aufnehmen. Und die Gefahr ist relativ groß, denn überall dort, wo eine hohe (Luft-)Feuchtigkeit herrscht, kann muffiger Geruch entstehen. So auch im Humidor. Ein Material mit glatter Oberfläche (z. B. Porzellan) nimmt keine Gerüche an – also auch keine unangenehmen. Somit ist man mit einem solchen Material auf der sicheren Seite, denn die – wenn vielleicht auch nur zeitweilige – Entstehung von muffigem Geruch kann auf Dauer nur mit großem Aufwand ausgeschlossen werden.
Vor allem Aficionados, die ihre Zigarren lieber etwas feuchter rauchen (nach einem Kuba-Aufenthalt kommen viele auf den Geschmack, da dort meist eine höhere relative Luftfeuchtigkeit (rLf) herrscht), sind mit einem Humidor aus glattem Material besser bedient.
Ein häufig vorgebrachtes Argument für unbehandeltes Holz im Inneren eines Humidors ist die Fähigkeit des Holzes, Feuchtigkeit zu speichern. Das ist sicherlich richtig, wird aber m. E. absolut überschätzt. Der größte Feuchtigkeitsspeicher im Humidor sind die Zigarren selbst.
Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich halte Humidore, die innen mit unbehandeltem Holz ausgekleidet sind, nicht für ungeeignet. Allerdings habe ich mit glatten Innenflächen auf Dauer bessere Erfahrungen gemacht. Auf Dauer bedeutet in diesem Zusammenhang 10 und mehr Jahre.