05-07-07 08:00 Alter: 19 yrs
VON:GH
Außerhalb der Norm: Duske & Duske
Es gibt Zigarrengeschäfte, die außerhalb der normalen Vorstellungswelt liegen, und alleine schon aus diesem Grunde eine besondere Betrachtung wert sind.
 |   Leicht zu finden und zu erkennen – Zeitschriften lagern auf dem Bürgersteig
  Junior Christian Duske in der habanophilen Ecke des Geschäftes
  186 R(h)ums – alle mit Verkostungsnotiz – in der anderen Ecke. Alle Fotos: Sigrun Misselhorn
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Wer in Hamburgs 1A-Lage vom Jungfernstieg in die Große Bleichen einbiegt und von dort – vorbei an all den noblen Geschäften – auf das Hotel Renaissance zuschlendert, stolpert bei Hausnummer 36 zwangsläufig über einen immensen Stapel frischer Druckerzeugnisse, die einen großen Teil des Bürgersteigs bedecken und selbst den Eingang in den etwa 16 m² großen Laden arg beengen.
Duske & Duske – von 1982 bis 1992 im Hamburger Hotel Vierjahreszeiten und nun seit 15 Jahren in Hamburgs teuerster Einkaufsmeile – ist so etwas wie ein Geheimtipp. Wer den Laden nicht kennt, würde niemals vermuten, dass hier die Einkaufsquelle für hanseatische Habanophile ist.
Senior und Junior haben schon immer ausschließlich kubanische Zigarren verkauft. Und als um das Jahr 1990 herum Zino Davidoff sich von den Kubanern abwandte, kehrte der Davidoff-Depositär auch Zino Davidoff den Rücken zu, gab seinen Depositärvertrag zurück und konzentrierte sich weiterhin ausschließlich auf kubanische Zigarren. Kein Wunder daher, dass man seit einigen Jahren der einzige Habanos-Specialist in Hamburg ist.
Wer aufmerksam hinschaut, sieht natürlich im Schaufenster die 50er Kabinettkisten und die Sonderhumidore, die Lichtschutzfolie und bei genauem Hinschauen auch die aufwändig versteckte Klimatechnik, mit der alles bei 70% relativer Luftfeuchte gehalten wird.
Etwa 1-2 m² Stehplatz reichen dem konservativen Hanseaten, der weiß, was er will und die stetige Topqualität zu schätzen weiß. Einmal DIE ZEIT und eine Kiste Zigarren, bezahlen und das war´s dann auch schon.
Nicht, dass man nicht stundenlang im Laden stehen bleiben könnte – aber wozu?
In den vergangenen Monaten wurde das Geschäft umgebaut, um neben den beiden Standbeinen Zeitschriften und Zigarren Platz zu schaffen für insgesamt 186 verschiedene R(h)ums. Wer die Zahl beim Blick in das Regal nicht glaubt, möge nachzählen. Sie stimmt.
Vom dreijährigen Caney Carta Blanca für 14,90 Euro bis hin zum 1952er Clément Vieux Vintage für 896 Euro ist alles vorhanden, was zu kubanischen Zigarren passt.
Die Auswahl ist nicht willkürlich, sondern wurde vom Junior Christian Duske im Verlaufe eines Jahres Flasche für Flasche verkostet. Die Verkostungsnotizen werden derzeit noch in einem kleinen Koffer auf vielen losen Zetteln aufbewahrt – Basis für kompetente Empfehlung, auch wenn man kurz warten muss, bis ein anderer Kunde seine Tageszeitung bezahlt hat.
Das Geheimnis des Erfolges dürfte in der kompromisslosen Preis- und Qualitätsdisziplin liegen. Rabatt ist ein Fremdwort an diesem Ort, das höchste Entgegenkommen liegt in einem kleinen Schächtelchen Streichhölzer bei einer 50er Kabinettkiste. Und man ist beim deutschen Alleinimporteur auch durchaus dafür bekannt, ganze Lieferungen zurückzusenden, wenn die Qualität nicht stimmt.
Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag 06:30 - 20:00 Uhr
Samstag 07:00 - 20:00 Uhr
Hamburg, Große Bleichen 36
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