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02-12-09 05:59 Alter: 17 yrs

VON:ANNETTE VON KÖCKRITZ, OETTINGER DAVIDOFF GROUP, BASEL

Camacho • Teil 2 • Die Familie

Die Familie Eiroa spielt eine zentrale Rolle in der Geschichte der Tabakindustrie Zentralamerikas. Ihr herausragendstes Mitglied ist der Exilkubaner Julio Eiroa. Sein Vater Generoso, ein Einwanderer aus dem spanischen Galizien, war im frühen 20. Jahrhundert in Kuba ins Tabakgeschäft eingestiegen.



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Vater Julio und Sohn Christian Eiroa


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Exil nach Revolution

Der Begründer der Dynastie, Generoso Eiroa, produzierte ab den frühen 1900er Jahren bis zur Verstaatlichung durch die kubanische Revolutionsregierung im kubanischen San-Luis-Distrikt unter anderem ein beliebtes sandfarbenes Deckblatt. Dort wurde am 11. Januar 1938 auch Julio Eiroa, der spätere Gründer von «Tabacos Rancho Jamastran and Caribe Imported Cigars» geboren.

Ende 1957 verließ er zum ersten Mal die Heimat und heuerte im Januar 1958 in Tampa als «Mädchen für alles» in der Perfecto Garcia Factory an – der Fabrik, der die Familie Eiroa vierzig Jahre lang Tabak geliefert hatte.

Am Neujahrstag 1959 kehrte Julio wieder nach Kuba zurück. Da die Revolution jedoch nicht die erhofften Veränderungen brachte, wanderte die ganze Familie im Jahre 1960 aus, «nur für einen Sommer», wie sich Julio im Rückblick erinnert.

Es wurde ein langer Sommer: Die Eiroas sind bis auf den heutigen Tag nicht mehr nach Hause zurückgekehrt.

 

Mission Honduras

1963 schickte ihn Angel Oliva, einer der größten Tabakhändler Floridas, im Zuge eines Anbauprojekts der dortigen Regierung nach Honduras.

Die Schwierigkeiten, die ihn dort auf dem «Rancho Jamastran» erwarteten, überwand er mit unkonventionellen Lösungen. Der Personalknappheit begegnete er mit der Zwangsverpflichtung von Insassen der staatlichen Gefängnisse, die sich als willigere und treuere Arbeitskräfte erwiesen als die lokalen Landarbeiter, die als genügsame Selbstversorger keine Veranlassung sahen, für Geld zu arbeiten.

Diese motivierte Eiroa mit seinen Fabrikläden, wo die Arbeiterinnen und Arbeiter mit ihrem Lohn aus den USA importierte Güter des täglichen Gebrauchs erwerben konnten, die in Honduras nicht erhältlich waren.

 

Notlandung und Rollstuhl

In den 1970er-Jahren war Julio Eiroa Herr über die größten Plantagen von «Dark Air Cured»-Tabak und Candela-Deckblättern. Nicht nur im Beruf, auch in der Freizeit setzte der Unternehmer daraufhin zum Höhenflug an. Er investierte in eine Lufttransportgesellschaft mit sechs Flugzeugen und erwarb selbst den Flugschein. Im September 1977, auf dem Höhepunkt seines geschäftlichen Erfolgs, verletzte er sich bei einer Notlandung mit seiner privaten Cessna am Rückgrat und blieb fortan gehbehindert.

 

Ausflug in die Milchwirtschaft

Der schwere Unfall vermochte allerdings weder den Willen noch den Tatendrang von Julio Eiroa zu brechen. Um die Zukunft seiner Kinder Justo, Enita und Christian zu sichern, die damals erst elf, acht und fünf Jahre alt waren, beschritt er auch neue Wege und engagierte sich vorübergehend mit unterschiedlichem Erfolg im Tabakgroßhandel und in einem Milchwirtschaftsprojekt, bevor er definitiv zu seiner ursprünglichen Leidenschaft und großen Passion zurückkehrte.

Er engagierte sich in der «Tabacalera Panamerica TAPANSA» und produzierte seine ersten eigenen Cigarren «Baccarat ’The Game’», «Montoya», «National Brand» und «Repeater» 1987.

 

Zurück zum Rancho Jamastran

Nach vielen Jahren des Auf und Ab war Julio Eiroa fast am Ziel. Er pflanzte seinen eigenen Tabak, produzierte daraus seine eigenen Cigarren und war Eigentümer der Firma, welche die Distribution in den Vereinigten Staaten, Europa und anderen Ländern der Welt sicherstellte.

Mit dem Kauf des Rancho Jamastran im Jahre 1987 samt den stillgelegten Installationen des Projekts seiner ersten Mission in Honduras erfüllte er sich einen Herzenswunsch. Auf diesem Land errichtete er das heutige Campo Camacho und die Corojo Farm.

 

Nachfolge gesichert

Julios jüngster Sohn Christian beendete 1995 sein Studium mit einem Master in «International Business Administration» und kehrte nach Honduras zurück.

Nach einer Einarbeitungsphase übertrug ihm sein Vater mitten im großen 90er-Jahre-Boom der Cigarrenindustrie die Verantwortung für den Einkauf und die Produktion. Nach dem Abflauen des Booms ging Christian zurück in die Vereinigten Staaten und sorgte nach einer Weiterbildung in Verkauf und Distribution dafür, dass die Umsätze des Familienunternehmens dem Druck des Marktes standhielten.

Heute ist Christian Eiroa in den USA Präsident von Camacho Cigars und überwacht zu Hause in Honduras die Cigarrenproduktion aus fünfhundert Acres «Corojo Seed»-Deckblättern. Sie sind nach der festen Überzeugung von Julio und Christian Eiroa das Geheimnis, das die Camacho-Cigarren von allen anderen Cigarren honduranischer Provenienz unterscheidet.

Seit dem 1. Oktober 2008 gehört Camacho Cigars zur Schweizer Oettinger Davidoff Group. Julio Eiroa selbst hat sich aus dem operativen Geschäft zurückgezogen und konzentriert sich auf die Leitung der Plantagen. Christian Eiroa bleibt Präsident von Camacho Cigars.

 

Meilensteine

1960: Die Familie Eiroa verlässt Kuba und lässt sich in Florida (Tampa) nieder.

1961: Simon Camacho eröffnet die erste Cigarrenfabrik von Miami.

1987: Julio Eiroa gründet in Miami Caribe Imported Cigars.

1987: Familie Eiroa kauft den Rancho Jamastran in Honduras und produziert ihre ersten eigenen Cigarren «Baccarat ’The Game’», «Montoya», «National Brand» und «Repeater».

1992: Caribe ergänzt die Produktpalette um die Cigarre «La Fontana».

1995: Die Familie Eiroa kauft fünf Jahre nach dem Tod des Gründers die Marke Camacho.

1998: Christian Eiroa (26) wird Präsident von «Caribe Imported Cigars».

2000: Lancierung der «Camacho Corojo»; Aufrücken zum großen Player der Industrie.

2008: 1. Oktober: Übernahme von Camacho durch die Oettinger Davidoff Group.

Fortsetzung folgt: …