24-07-13 15:20 Alter: 13 yrs
VON:GH
Dannemanns geschickter Schachzug
Dannemann (Artist Line) sagt seine Teilnahme an der „Inter-tabac“ ab. Das NRW-Gesundheitsministerium erlaubt anschließend das Rauchen in den Messehallen. Doch ist das schon die ganze Geschichte?
Die „Inter-tabac“ ist die größte europäische Messe, wenn es um Zigarren und andere Tabakprodukte sowie deren Accessoires geht. Ort und Datum stehen seit Jahren fest: Westfalenhallen Dortmund, Ende September.
In diesem Jahr hat die Rot-Grüne Landesregierung ein absolutes Rauchverbot erlassen, von dem auch die Messehallen (die Messegesellschaft ist in öffentlicher Hand) betroffen sind. Und so wurde unter den Beteiligten – Messegesellschaft, Messeveranstalter, Aussteller und NRW-Gesundheitsministerium – eifrig und teilweise heftig hin und her kommuniziert. Letztlich war klar, dass man in den Messehallen würde rauchen können. Die Messegesellschaft hatte Plan B und C in der Schublade, um dieses auch zu gewährleisten. Nur so richtig laut wollte man das im Interesse einer politischen Ruhe an der Front nicht kommunizieren.
In Bremen sah man schon die Chance, an die uralte Bremer Tabaktradition anzuknüpfen und die Messe ab 2014 nach Bremen zu holen. Eine Anfrage an die Bremische Bürgerschaft sollte Klarheit bringen. Die Antwort steht noch aus.
Die offiziell unklare Situation in Dortmund veranlasste Dannemann nun, dem Fachhandel mitzuteilen, man werde wegen der ungeklärten Rauchfrage nicht an der Messe teilnehmen.
Ein Paukenschlag – der auch beim NRW-Gesundheitsministerium deutlich hörbar war und umgehend zu einer 180-Grad-Wende führte. Hatte man zuvor noch darauf gepocht, dass für die Westfallenhallen ein absolutes Rauchverbot gelte, wird nun von einer „besonderen Situation“ gesprochen, die es gestatte, auf das Rauchverbot zu verzichten. – Man könnte schon fast Mitleid mit den Antirauchern haben, die unter wildesten Bauchschmerzen diese Erklärung abgaben …
Darauf eine Artist Line!
Andererseits: Dannemann geht seit Jahren den direkten Weg zum Konsumenten. Der „Kreis der Genießer“, den Dannemann in seiner Datenbank pflegt, wird unbestätigt auf vierzig- bis fünfzigtausend Adressen geschätzt. Und diese Raucher werden bestens und professionell gepflegt – mit E-Mails, Einladungen, Gutscheinen etc. Davon sind sicherlich 99,9 % Freunde des Vanillegeschmacks (Moods), aber immerhin. Und die wahrlich gute Zigarre (Artist Line) war noch nie ein in Lübbecke wirklich geliebtes Produkt.
Einen weiteren Schritt in Richtung Direktvermarktung machte Dannemann vor einigen Wochen. In einer E-Mail bot man den Zigarrenrauchern die Artist Line direkt im Dannemann-Internet-Shop an. Nur noch am Rande und etwas verschämt wurde auf eine Liste von Artist-Line-Händlern hingewiesen.
Da ist es dann nur konsequent, auch auf den finanziell aufwändigen Messekontakt mit dem Handel zu verzichten.
Die Begründung und der Zeitpunkt für den Rückzug sind passgenau. Und der Zigarrenhandel wird vermutlich dieser Haltung auch noch Respekt zollen.
Auch das ist ein Grund, jetzt eine Artist Line anzuzünden.