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30-06-24 10:13 Alter: 16 days

VON:GH

Das Ende der Inter-tabac für den Zigarrenhandel

Mit der Absage durch 5TH Avenue und Habanos wird das Ende der Inter-tabac für den Zigarrenhandel eingeläutet.



Zunächst ging Heinemann mit dem Davidoff-Vertrieb, gefolgt von Dannemann (Artist Line) was wegen der Moods-Lastigkeit und der damit verbundenen Vanillewolke des Unternehmens noch keinen großen Verlust darstellte.

Davidoff fand Unterschlupf bei Arnold André und wurde wieder heimatlos, als Arnold André seine Messeaktivitäten in ein benachbartes Hotel verlegte.

Jetzt verlässt 5TH Avenue die Messe und im nächsten Jahr wird auch Heinrich Villiger nicht mehr dabei sein.

Die Inter-tabac kann sich voll auf Wasserpfeifen, Bongs, iquos und Vapos konzentrieren …

Die Gründe sind ebenso vielfältig wie die Formate auf einer Formatetafel:

  • Je nach Standgröße bis zu 500.000 € oder gar 600.000 € Messekosten sind in den 2000er Jahren durchaus eine ernstzunehmende Größenordnung.
     
  • Wenn über Jahre hinweg mehr Endkunden als Händler auf die Messe kommen, um Zigarren abzugreifen (manche Soziotope haben in ihren Foren Bilderschlachten mit der „Beute“ veranstaltet), ist das für Aussteller gänzlich kontraproduktiv.
     
  • Der hauptsächliche Konsum findet nicht mehr im Winter, sondern im Sommer statt. Der Zigarrenterminkalender liefert hier eindeutige Beweise. Es ist demnach sinnvoll, neue Produkte im Februar, März oder April dem Händler vorzuführen.
     
  • Dass manche Hersteller und Importeure schon Wochen oder Monate vor dem Messetermin herumfahren und Vorab-Messerabatte verteilen, minimiert die Händlermotivation, auf die Messe zu fahren.

Für den Zigarrenraucher wird sich daher so gut wie nichts ändern. Die eingesparten Gelder werden auch nicht zu einer Preissenkung führen. Denn das, was die Hersteller und Importeure hier sparen, geben sie nun für die Schikanen der EU (Track & Trace) aus.

Es wird nur wenige geben, die dem Zigarrenhandel auf der Inter-tabac nachtrauern.

Bleiben wird eine kleine Nische für Manufakturen nebst Distributoren wie Vegas de Santiago (D8), Laura Chavin und Casagranda-Cigars, die hier ihre internationalen Kontakte knüpfen und pflegen können.