09-09-13 11:56 Alter: 13 yrs
VON:GH
Der Collazo-Effekt als Qualitätskriterium
Woran erkennt man, dass eine Zigarre perfekt gerollt ist?
 |   Feste Asche …
  … schnittfest …
  … hoher Collazo-Effekt
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Die eine Möglichkeit ist, dieses zu ertasten. Dabei drückt man mit der vollen Handfläche über den gesamten Körper der Zigarre. Alternativ kann man dies auch mit zwei oder drei Fingerspitzen machen. Nur der hoch erfahrene Zigarrenfreund wird hier allerdings eine richtige Beurteilung abgeben können. Zumindest spürt man bei dieser Methode eine labbrige oder zu feste Rollung, die sich später durch zu schnellen Abbrand und das ständige Ausgehen bestätigt. Oder die Zigarre ist an einer Stelle so fest gerollt, dass sie unrauchbar wird.
Die Qualität der Rollung spürt man natürlich beim Rauchen. Die ideale Zigarre hat einen angenehmen, leichten Zugwiderstand, geht bei sorgfältigem Rauchen nicht aus und behält ihre Asche über mindestens 2–3 cm.
Wie so häufig im Leben ist man im Nachhinein schlauer. Und genau das ist der Collazo-Effekt. Wurde die Zigarre perfekt gerollt, erkennt man dies an den mindestens 2 cm Asche, die eine ähnliche Eigenschaft wie vorher die Zigarre haben. D. h., die Asche lässt sich fast blattförmig wieder „abrollen“ und krümelt nicht. Sie ist in ihrer Struktur fest. Prüfen kann man dies mit einer Nadel, einer Büroklammer oder ähnlichem. Die Asche wird aufgespießt und unter leichtem Druck zerteilt. Bei einer sorgfältigen Zerteilung lassen sich die Strukturen der gerollten Blätter wieder erkennen.
Je ähnlicher die Struktur der Asche der gerollten Zigarre ist, desto höher ist sie in der dreiteiligen Skala des Collazo-Effektes einzuordnen. Vom einfachen Collazo-Effekt spricht man, wenn die Asche schon bei minimaler Berührung zerfällt und einen staubähnlichen Zustand annimmt. Vom hohen Collazo-Effekt spricht man, wenn die Asche mit einer Nadel problemlos in der Mitte aufgespießt werden kann, sie dabei ihre Form behält und dann mit der Nadel der Länge nach geteilt wird. An den Innenseiten der beiden Teile kann man die gerollten Blätter mühelos erkennen. Alles, was zwischen diesen beiden Zuständen liegt, wird als mittlerer Collazo-Effekt bezeichnet.
Die Angabe dieses Wertes ist hilfreich bei Tastings. Ein hoher Collazo-Effekt bedeutet, dass diese Charge bestens gerollt wurde und von daher ein hohes Raucherlebnis verspricht.
Benannt ist dieser Effekt nach Rafael Collazo Cabrera, der dieses Verfahren anlässlich des 30. Casa-Tastings in Berlin als Methode vorstellte, um die Rollqualität von Zigarren zu prüfen. Er selber wendet sie täglich bei Zufallskontrollen an. Collazo war vormals Direktor von Romeo y Julieta (Briones Montoto) und wurde im März 2006 Chef der Fabrik El Laguito.
Der Collazo-Effekt ist ein festes Kriterium bei den Tastings geworden, die einmal monatlich im Osthafen (Herzog am Hafen) stattfinden. Berlins Zigarrenhändler Maximilian Herzog, promovierter und habilitierter Psychologe mit Schwerpunkt für die niederen Sinne (Riechen, Schmecken, Tasten, Fühlen) und der Psychologie des Zigarrerauchens hat die drei Rubriken (einfach – mittel – hoch) entwickelt. Als Chef der Casa del Habano Berlin, Zigarren Herzog und Herzog am Hafen wendet er diese Testmethode nicht nur bei kubanischen sondern bei Zigarren jeglicher Provenienz an.