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21-02-07 10:30 Alter: 20 yrs

VON:GH

Die normative Kraft des Faktischen

Parlament und Verwaltung der EU in Brüssel blamieren sich nicht nur, sondern fügen ihrem Ansehen - soweit es noch vorhanden ist - weiteren Schaden zu.



Anfang des Jahres hatte das EU-Parlament für sein Gebäude ein Rauchverbot verhängt - getreu dem Motto: verlange nichts vom Bürger, was Du nicht selber bereit bist zu geben.

In den Tagen und Wochen danach sammelten sich die einfachen Bediensteten vor den Türen und rauchten dort ihre Zigaretten. Zeit für Zigarren gab es nicht. Teilweise sollen mehr Bedienstete vor den Türen als im Gebäude gewesen sein.

Höher gestellte Dienst- und Politgrade ignorierten das Verbot schlicht und rauchten in den Räumen und in den Büros munter weiter. Dort wurden dann auch Zigarren gesichtet.

Das Sicherheitspersonal wagte es zumeist nicht, die hohen Damen und Herren auf das Rauchverbot hinzuweisen und ein Löschen der Glut zu verlangen.

Sechs Wochen später, Mitte Februar, wurde das Rauchverbot teilweise aufgehoben. Nun werden Raucherzonen eingerichtet.

Die Bürokratie musste in ihrem stetigen Bemühen, den EU-Einheitsbürger zu schaffen, einen "Rückschlag" erleben. Für die Menschen, die nun mal alle irgendwie miteinander auskommen müssen, ein Fortschritt. Sie dürfen jetzt ihre zwischenmenschlichen "Probleme" selber regeln.

Und sie dürfen wieder zur Zigarre greifen - was zu größerer innerer Ruhe führt, zu mehr Besinnung und vielleicht sogar zu weniger und damit besseren Gesetzen. Aber das bleibt wohl doch ein Traum.