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14-09-07 00:01 Alter: 19 yrs

VON:GH

Ein Besuch in Deutschlands größtem Humidor

Millionen kubanischer Zigarren. Und mittendrin AoS-Mitglieder, die Deutschlands größten Humidor – das Lager der 5th Avenue – besuchten.



Ende August 2007: Wer mit der Bahn in den äußersten Süden Deutschlands fuhr, wurde schon einmal prophylaktisch von den Bahnbediensteten darauf aufmerksam gemacht, dass auch das Rauchen einer Zigarre zukünftig in den Waggons der Deutschen Bahn nicht mehr erlaubt sei.

Wie sollte das dann wohl im baden-württembergischen Waldshut-Tiengen werden, wo doch dieses Bundesland ein allgemeines Rauchverbot in gastlichen Stätten bereits ab Anfang des Monats verfügt hatte.

Um das Ergebnis vorweg zu nehmen: Man hat vom Rauchverbot nichts gespürt. Im Hotel Bercher war ein landestypisch eingerichteter und großer Raum für die Aficionados hergerichtet. Allerdings schaute der Senior des Hauses zumindest einmal etwas verkniffen, als er den duftgeschwängerten Raum betrat. Immerhin bereitet sich das Haus darauf vor, komplett rauchfrei zu werden. Warten wir die weitere Entwicklung ab.

Zum vorabendlichen Treffen kam auch Christoph A. Puszkar, der Marketingchef der 5thAvenue, nebst seiner neuen Assistentin (die „alte“ leitet seit wenigen Monaten ein kleines Familienunternehmen) sowie zweier Kisten Upmann – davon eine aus CCUE.

Obgleich der Abend für einige erst kurz vor Anbruch der Morgendämmerung endete, reichte die verbliebene Schlafzeit, um pünktlich am nächsten Morgen sowohl das vergrößerte Lager als auch die Produktion in der ortsansässigen Villiger-Fabrik zu besichtigen.

Einblicke in die Feinheiten der Lagerung und Distribution gab die Herrin über Millionen kubanischer Zigarren, Luzia Granacher. 

Das gesamte Havanna-Lager ist klimatisiert. Größere Lieferungen werden palettenweise kurz vor der Anlieferung vom Spediteur gefrostet, kleinere Lieferungen werden vor Ort drei Tage lang bei -20° Celsius gefrostet und dann langsam über mehrere Tage aufgetaut. Diese konsequente Vorgehensweise führt dazu, dass bisher keine Tabakkäfer im Lager gefunden wurden.

Nach dem Auftauen gibt es Qualitätskontrollen, bei denen einige der Kisten geöffnet und auf Transportschäden untersucht werden. Ebenso regelmäßig wird die Feuchtigkeit der Zigarren mit einem Psychrometer gemessen.

Nach Eingang einer Bestellung hat der Zigarrenhändler seine Ware am nächsten bzw. übernächsten Tag im Haus. Ausreden wie „es ist noch nichts angekommen“, sind daher recht zweifelhaft.

In der anschließenden Diskussion ging es natürlich darum, dem Marketingchef einige Interna zu entlocken, was aber bei der offenen „Besichtigungspolitik“ (allgemeine Fotografiererlaubnis, keine gesperrten Bereiche etc.) nicht wirklich zu einem Mehr an Informationen führte.

Interessant jedoch der mittelfristige Blick in die Zukunft:

  • Obwohl theoretisch möglich, wird es in 2008 keine Edicion Regional für Deutschland geben. Nach Aussagen von Habanos fehlt es an der rechtzeitigen Anmeldung. Umso interessanter dürften die ERs für Deutschland in 2009 sein; hat man doch ein Jahr mehr Zeit für die Vorbereitung.
  • Die mexikanische ER (Edmundo Dantes) wird eine Montecristo sein. Nach den Vorgaben von Habanos dürfen eigentlich keine Marken aus der Gruppe der Global Brands (= Marken, die man überall erhält: Cohiba,  Montecristo, Romeo Y Julieta, Partagás, Hoyo de Monterrey, H.Upmann und Piedra) ausgewählt werden. Nach der Regel, dass es keine Regel ohne Ausnahme gibt, wurde hier eine Ausnahme gemacht.
  • Nicht nur 5thAvenue, auch der spanische Alleinimporteur hat sein Lager vergrößert. Man will offenbar, falls der amerikanische Markt sich für Kuba öffnet, nicht kurzfristig auf dem Trockenen sitzen. Vielleicht sollte der habanophile Aficionado dies bei der zukünftigen Einkaufsplanung berücksichtigen.
  • Für die Tubos von Bolivar wird es ein neues Design geben.

Eine Menge weiterer Impressionen gibt es in der >Bildergalerie<.