21-03-13 15:33 Alter: 13 yrs
VON:DIRK REHDER, ZIGARRENGRAFIKER AUS HAMBURG
Ein feiner Rum aus Lübeck
 |   Smokers Corner Private Cask Selection 2013
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Einst stand Flensburg als Synonym für Rum in Deutschland. Dort wurde allerdings in erster Linie Jamaika-Rum mit Monopol-Alkohol und Wasser verschnitten. Für den Tee oder den Rumtopf sicher brauchbare Mixturen, für den Liebhaber feiner purer Rums aber weniger zu empfehlen.
Nun hat sich der Lübecker Zigarrenhändler Michael Derlin daran gemacht, unter seiner Marke »Smokers Corner« einen eigenen Rum zu kreieren und Lübeck als weitere Rum-Stadt in Schleswig-Holstein zu etablieren. »Private Cask Selection 2013« ist auf dem Etikett der schmucken 0,5-Liter-Flasche zu lesen. Dahinter verbirgt sich ein vielschichtiger Blend unterschiedlicher karibischer Rums.
In warmen Bernsteintönen wiegt sich die »Private Cask Selection« in dem von mir leicht geschwenkten Nosing-Glas hin und her. Dabei bilden sich am Glasrand die leichten Schlieren, die der Connaisseur als »Kirchenfenster« bezeichnet und die Rückschlüsse auf den etwas höheren Alkoholgehalt von 44 % Vol. erlauben.
Die Nase leicht über den Glasrand haltend, begegnet mir der angenehm weiche Duft von Vanille, leichtem Karamell mit einem dezenten Anklang von Citrus. Mein erster Eindruck lässt einen der vielen glattgezogenen und pappsüßen Rums erwarten, wie sie zurzeit sehr populär sind. Wie angenehm überrascht bin ich, als ich bereits beim ersten Schluck eines Besseren belehrt werde. Trotz eines anfänglich fruchtigen und zugleich cremigen Gefühls auf der Zunge machen sich eine angenehme Bitterkeit und sehr deutlich der Alkohol bemerkbar. Assoziationen von Trockenfrüchten begleiten den langen Nachhall dieses Rums.
Elegant und doch etwas ruppig, mit leichten Ecken und Kanten, ist er nichts für die Schwiegermutter, sondern eignet sich hervorragend als Begleiter für eine kräftige Zigarre. Anlässlich des aktuellen Habanos-Experten-Wettbewerbs empfehle ich die Kombination mit einer Partagás Serie P No. 2.
Zur Flasche …