22-11-10 15:23 Alter: 16 yrs
VON:GH
EU: Im Kampf gegen den Raucher ist jedes Mittel recht
Die Antiraucher der Europäischen Union arbeiten weiterhin mit z. T. perfiden Mitteln, um am Nichtraucherwesen die Welt genesen zu lassen.
 |   Verhängte Humidore, Regale und Schaufenster.
  So karg, wie in diesen Tagen die Cigarworldlounge exemplarisch aussieht, soll es nach dem Willen der EU in allen Tabakgeschäften aussehen.
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Im Jahre 2005 veröffentlichte das so genannte Deutsche Krebsforschungszentrum eine „Studie“, nach der es jährlich 3.300 Tote durch Passivrauch geben sollte. Die Autorin selbst gestand ein, dass diese „Studie“ wissenschaftlich nicht haltbar sei.
Dennoch wird sie von gedankenlosen Politikern und Antirauchern in der EU-Bürokratie gerne zitiert und nachgeplappert. Es geht ja schließlich gegen den Raucher. Und da ist jedes Mittel recht – sagte schon die Autorin im Jahre 2005.
Nun hat sich die EU-Kommission etwas Neues ausgedacht, um dem Kampf gegen den Raucher eine öffentliche Rechtfertigung zu verpassen.
Im Rahmen der „Interactive Policy Making“ wird derzeit eine „Online consultations“ durchgeführt. Ziel ist es, möglichst viele Stimmen für die Raucherdiskriminierung vorweisen zu können. Den
Fragebogen gibt es von der Kommission nur auf Englisch, das
11-seitige Erläuterungspamphlet ebenfalls.
Von den rd. 490 Millionen EU-Bürgern sprechen ca. 65 Millionen muttersprachlich Englisch. Selbst die EU hat bereits 2001 festgestellt, dass Deutsch als Muttersprache von der größten Sprachgruppe gesprochen wird, während Englisch in der EU die vorherrschende Zweitsprache ist.
Dass die EU sich selber 23 Amtssprachen verordnet hat, wird an dieser Stelle einfach mal missachtet.
Wer sich schon mal mit Fragetechniken beschäftigt hat, wird übrigens feststellen, dass diese „Online consultations“ ergebnisorientiert aufgebaut ist.
Das Motiv ist leicht erkennbar. Ein Fragebogen in Englisch kann von maximal 150 der 490 Millionen EU-Bürger gelesen und beantwortet werden. Die restlichen 340 Millionen werden sprachlich einfach mal ausgegrenzt.
Franzosen und Spanier, die großen Zigarre liebenden Völker, sollen hierbei erst recht nicht zu Wort kommen. Das könnte das gewünschte Ergebnis gefährden.
Und man will ja etwas erreichen, wie zum Beispiel:
„Plain packaging“
Alle Tabakprodukte kommen in einheitliche Verpackungen mit abschreckenden Bildnissen.
Verbot des Versandhandels
Berufsverbot für Marc und Patricia Benden (Cigarworld), Maximilian Herzog (Berlins Zigarrenhändler), Muhammet Genc (Selected-Cigars und Casa Düsseldorf) und wie sie alle heißen, die den abgelegen wohnenden Aficionado versorgen.
Präsentationsverbot
Kein begehbarer Humidor darf mehr begangen werden. Schaufenster sind leer oder zu verhängen. Ein Filialist wie Wolsdorff (mehr als 150 Filialen in Deutschland) bräuchte eine Menge Stoff und so manche Einkaufspassage sähe wie eine Baustelle aus.
Wie das in der Praxis aussehen kann, ist in diesen Tagen in der Cigarworld-Lounge zu sehen.
Wer der Perfidie der Bürokraten ein Schnippchen schlagen möchte, rufe einfach den
Fragebogen auf und in einem weiteren Fenster die deutsche
Übersetzung und Anleitung der Tabakwarenbranche.
Aber Beeilung: Sie haben nur 90 Minuten Zeit für die Beantwortung der Fragen. Dann werden Ihre Angaben verworfen.
Und: Sie können Ihre abweichende Meinung natürlich auch in Deutsch oder einer anderen EU-Amtspsprache eintragen.
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Links:
www.zeit.de/online/2005/51/passivrauchen