13-04-15 00:01 Alter: 11 yrs
VON:GH
Gilbert de Montsalvat – endlich auch als Lounge
Gilbert de Montsalvat wurde 1920 geboren, ist zweifelsohne der profundeste Zigarrenkenner, den dieser Planet kennt und …
 |   v. l. n. r.: Jan Müller, Chef vor Ort in der „Gilbert de Montsalvat“-Lounge, Thomas Brunnschweiler, literarischer Vater des Gilbert de Montsalvat, Raymundo Bernasconi, kreierte die „Gilbert de Montsalvat“ und Dirk Richter, der in Norddeutschland für den Umsatz von Kohlhase & Kopp sorgt. (Foto: Andreas Rex)
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… eine literarische Figur des Schweizer Germanisten, Theologen und Schriftstellers Thomas Brunnschweiler.
1999 berichtete er in seinem Buch Perpetuum fumabile von diesem Kosmopoliten, der in Genf wohnt und den größten begehbaren Humidor der Welt besitzt, in dem er praktisch von allen Zigarren, die es gibt, mindestens eine Kiste aufbewahrt. Brunnschweiler machte ihn kurzerhand zum „Papst von Genf“.
Zur Erinnerung und in Anlehnung an diesen nahezu unsterblichen Mann der Zigarre nannte Raymondo Bernasconi, Schweizer mit US-amerikanischem Pass, seine Zigarren „Gilbert de Montsalvat“.
Nun hat der Bremer Zigarrenhändler Niemeyer gemeinsam mit dem deutschen Distributor Kohlhase & Kopp den Zigarren und dem Namensgeber eine feste Adresse spendiert: Lange Reihe 102, Hamburg.
Zur Eröffnung war nicht nur der Vater des Gilbert de Montsalvat, Thomas Brunnschweiler, sondern auch der Vater der Gilbert de Montsalvat, Raymondo Bernasconi, anwesend. Thomas Brunnschweiler las aus einem noch unveröffentlichten Manuskript eine Geschichte vor, die der Erzähler mit Gilbert de Montsalavat erlebt und die mit den vielen Sonetten zu tun hat, die der „Papst von Genf“ mit seiner schier unerschöpflichen Schaffenskraft niedergeschrieben hat.
Die Gilbert de Montsalvat Lounge ist also nicht einfach „nur“ ein Ort zum Zigarrenrauchen, sondern zugleich eine Aufforderung zur Literatur – und damit etwas durchaus Neues in der deutschen Zigarrenlounge-Landschaft.
Perpetuum fumabile gibt es übrigens nicht mehr – allenfalls zu exorbitanten Preisen in Antiquariaten. Das quais letzte Exemplar liegt in der Hamburger Lounge bereit – für den, der bei einer Gilbert de Montsalvat darin schmökern möchte.