22-06-12 13:42 Alter: 14 yrs
VON:GH
Habanos Day 2012 • Eine besondere Zigarre und „Personalities“
Die Abendveranstaltung bot für Habanos-Experten und andere Besucher des Habanos Day schon beim Eintritt eine besonderes Schmankerl.
 |   30 vollbesetzte 8er-Tische beim Galaabend des Habanos Day 2012 (Bild: 5th Avenue/Rainer Wölki)
  (von links) 5th Avenue-Marketingleiter Christoph Puszkar, Javier Terrés, Vize-Präsident von Habanos S.A., 5th Avenue-Geschäftsführer Heinrich Villiger, Raúl Becerra, Botschafter der Republik Cuba und Habanos-Repräsentant Antonio de Dios (Bild: 5th Avenue/Rainer Wölki)
  Hoyo des Dieux aus dem 50er Kabinett des Jahres 2003 – mit dem Zigarrenring „Habanos Day 2012“ - ein Juwel für die Sammlung geschlossener Zigarrenringe. (Bild: 5th Avenue/Rainer Wölki)
  Olvido und ihre Band „Habana Sublimes“. (Bild: 5th Avenue/Rainer Wölki)
  Falk Juri Knauft, Habanos-Experte, testet beim Seminar von Marc André, ob eine gute Lagerung Einfluss auf den Geschmack hat.
  Humidore in den unterschiedlichsten Größen: adorini
  Thomas Vollmer (li.) im Gespräch mit Heinrich Villiger. (Bild: Dieter Wilke)
  Rainer Höckendorff (li.), 2-facher Habanos-Experte, rollt sich seine eigene Zigarre. Den Tabak gibts aus der Hand des kubanischen Meisterrollers Reynol Pérez Pereira.
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Auf üppig beladenen Tabletts befanden sich Zigarren mit lediglich einem Ring, der die Aufschrift „Habanos Day 2012“ trug. Da Habanos keine Sonderserien für einzelne Veranstaltungen auflegt, konnte das Fehlen eines Markenringes nur bedeuten, dass es sich um eine Zigarre aus einer Kabinett-Kiste von 2003 oder früher handelte. Denn erst seit diesem Jahr werden auch die Zigarren in Kabinett-Kisten mit Ringen versehen. Christoph Puszkar, der Marketingmanager der Königin der Zigarren für Deutschland und Österreich, lüftete alsbald das Geheimnis: Eine Hoyo des Dieux aus dem 50er Kabinett des Jahres 2003.
Bei brennender Kabinett-Hoyo war die Bildershow des Tobias Hauser leichter zu ertragen. Immerhin war das Büfett schon präsent und nach siebenstündigem Lernen in diversen Seminaren ein leichtes Hungergefühl nicht zu unterdrücken. Hausers Aufforderung an das Personal, den Ausschank einzustellen, weil das den Vortrag stören würde, kam jedoch kaum jemand nach.
Nach 20 Minuten war die Bilderserie beendet, das Büfett eröffnet und man konnte schon staunen, wer alles da war. Die Toppriege der deutschen und österreichischen Zigarrenlandschaft.
Jede Menge Habanos-Experten, aber von denen lasen wir schon.
Der kubanische Botschafter in Deutschland Raúl Becerra und Heinrich Villiger, der Doyen der Zigarrenwelt. Heinrich Villiger hat zwar auch jedes Jahr Geburtstag (30. Mai), aber irgendwie perlen die 82 Jahre an ihm ab. Es wird wohl an der Kombination von kubanischen und Villiger-Zigarren liegen.
Armin Schön, Präsident des 1. Akademischen Zigarrenclub Villach war gleich mit weiteren fünf Mitgliedern angereist – in einem Zigarrenreisebus. Der Präsident ist bestens präpariert. Für kurze Reiseabschnitte hält er z. B. die Juan López Ideales bereit, die bisher einzige österreichische Edición Regional mit einem Ringmaß von 50 und einer Kürze von nur 10 Zentimetern. Mit dabei auch einer der wenigen österreichischen Habanos-Experten: Ivo Decleva. Der Club feiert am 6. Juli sein Zigarrensommerfest, das aufgrund seiner Teilnehmerzahl schon fast als Habanos Day von Österreich gelten kann.
In diesem Jahr gab es aus der Norm der Masse hervorragende Händler zu sehen und natürlich zu sprechen. Hier eine kleine Tour d'Horizon. (Die Reihenfolge entspricht in etwa der Folge, in der wir sie an der Havanna-Club-Bar oder in der weitläufigen Schloss-Scheune antrafen.)
Marc Benden mit Schwester Patricia vom immer noch besten Zigarrenshop im Internet Cigarworld. Cigarworld ist so genannter Vollsortimenter, das heißt: Wenn es eine Zigarre gibt, dann dort.
Offenbar nachtun wollen es ihnen Martin Neumann und Frank Kröger vom jüngsten Zigarren-Inernet-Shop: rauchr.de – erst seit wenigen Monaten online.
Martin Schenke vom Tabak-Kontor Leipzig – sowohl in den Augen der Kubaner als auch in der Gesamtbetrachtung der Zigarrenlandschaft: Außerhalb von Berlin gibt es nichts Engagierteres in den neuen Bundesländern, als dieses Kontor in Leipzig. Wobei eine Frage noch zu beantworten wäre: Wieso verwendet das Leipziger Zigarrenhaus das Wort „Kontor“ in seinem Namen? Ist „Kontor“ doch hanseatischen Ursprungs.
Christian Duske von Duske und Duske in Hamburg hatte das Geschäft in den Händen seiner Familienmitglieder gelassen. Waren es in der Vergangenheit die großen Zeitungsstapel, an denen man sich vorbei schlängeln musste, um das Geschäft am Jungfernstieg (Große Bleichen 36) zu betreten, so ziert heute eine links und rechts aufgebaute Kaffeebar mit Sitzgelegenheiten den Eingang des wohl kleinsten Habanos-Specialist-Geschäftes. Nirgendwo werden pro Quadratmeter Geschäftsfläche mehr Zigarren verkauft als hier. Und das zu Recht. Es gibt niemanden, der derartig viel Geld pro Quadratmeter in die Einrichtung seines Ladens investiert. Die Zigarren und anschließend die Zigarrenraucher sind dankbar dafür.
Christian Krendl, einer der beiden „Hafenmeister“ von „Zigarren Herzog am Hafen“ und damit Verantwortungsträger für ein im deutschsprachigen Europa einzigartiges Geschäftsmodell: Der Verkauf ausschließlich kubanischer Zigarre ohne eine Casa del Habano zu sein. Etwas, von dem man in der Branche vor einigen Jahren noch sagte, es sei unmöglich. Dass es möglich und erfolgreich ist, beweist alleine schon das Hafenfest am 7. 7. – ist es doch bereits das Fünfte! Spiritus rector und „Hafenkapitän“ ist Berlins Zigarrenhändler Maximilian Herzog, der zugleich das Zigarrengeschäft am Ludwigkirchplatz und die Casa del Habano im Savoy-Hotel lenkt und leitet.
Thorsten Wolfertz (Der Mann mit dem Hut), bekannt nicht nur durch die 1-A-Cutter und -Scheren, die ein Zigarrenraucher braucht, sondern auch durch NUB und Oliva, die alleine schon durch ihren 9 von 10 Punkte Abbrand aus der Masse herausragen, verriet, dass er Mitte Juli die Marke ALEC BRADLEY auf dem deutschen Markt platzieren werde.
Thomas Vollmer, der Chef der Wolsdorff Tobacco GmbH, der mit seinen 170 Filialen in Deutschland auch die Zigarren-Diaspora-Gebiete des Landes mit Zigarren versorgt.
Felix Spohn von adorini hatte eine große Auswahl von Humidoren mitgebracht, für jede Menge von Zigarren die passende Größe. Eine ansehnliche Phalanx, die sich in dem Ausstellungsraum darbot. Die Gebrüder Spohn sind im Internet darüber hinaus bekannt für die passenden Befeuchter und Zigarren sowie für Humidore im Discount-Bereich.
Maxi Schuster von Cigarren, Lebens-Art & Cie. in Bad Salzuflen. Das Geschäft ist so etwas wie eine Habanos-Experten-Schmiede; immerhin kommt von dort der 8-fache Habanos-Experte Andreas Fischer. Mitgebracht hatte sie Ehemann Philipp, der beim Zigarrenroller-Seminar die beste Zigarre rollte, auf den Preis dafür aber ehrenvoll verzichtete, da er als Zigarrenfabrikant – Schuster Cigars in Bünde – doch über eine nicht unerhebliche „Vorbelastung“ verfüge.
Im zweiten Gang gab es übrigens eine Partagás Lusitanias. Dichter Zigarrenrauch strömte aus den Scheunentoren in die vernieselte Nacht – aber das bisschen Regen störte niemanden mehr. Gerüchten zufolge verließen die letzten Habanos-Day-Besucher das Schloss gegen 3 Uhr in der Frühe.