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05-03-26 11:27 Alter: 47 days

VON:GH

Habanos Moments del Berlinés

Es gibt Überschriften, die sind bereits ein kleines Sprachseminar. „Habanos Moments del Berlinés“ gehört dazu. Vier Wörter – und mindestens zwei Sprachen.



Es braucht nicht viel, um zufrieden zu sein.

Habanos, del und Berlinés stammen aus dem Spanischen, jenem Idiom, das seit Jahrhunderten die Welt der Havanna-Zigarre prägt. Dazwischen jedoch steht Moments – eindeutig englisch.

Was zunächst wie ein stilistischer Stolperstein wirken könnte, erweist sich bei näherem Hinsehen als treffende Chiffre für die internationale Zigarrenkultur. Spanische Tradition, englische Weltläufigkeit und ein Berliner Akzent: Genau so begegnet man der Habanos-Welt heute – kosmopolitisch, vielsprachig und stets mit einem Hauch Lokalkolorit.

Streng genommen handelt es sich also um eine zweisprachige, wenn nicht dreifach beeinflusste Hybridformulierung – denn „Habanos“ ist zwar spanisch, wird aber im Zigarrenkontext stets auch als Oberbegriff für alle kubanischen Zigarren verwendet.

Der erste Abend des Festival del Habano Berlinés stand unter der Überschrift „Habanos Moments del Berlinés“.

Zum Auftakt die H. Upmann Half Corona. Ein kleines Format, das schnell zeigt, warum die Marke seit dem 19. Jahrhundert zu den elegantesten der Habanos-Welt zählt: cremig, mild – eine Zigarre, die den Abend öffnet, ohne ihn zu dominieren.

Danach folgte die H. Upmann Connossieur A – jenes Format, bei dem bereits die Schreibweise Fragen aufwirft. Denn anders als das englische „Connoisseur“ trägt diese Linie das „i“ hinter dem Doppel-s – eine orthografische Eigenwilligkeit, die sich bis heute durch die Serie zieht.

Die Zigarre selbst hingegen kennt keine Zweifel: großzügiges Ringmaß, ruhiger Abbrand und jene typische Upmann-Balance aus Heu-, Holz- und Cremetönen, die Zeit verlangt – und Gespräch.

Begleitet wurde der Abend von zwei Champagnern, die ebenfalls keinen kleinen Auftritt wollten: Krug Grande Cuvée, Edition 173, und Dom Pérignon Rosé Vintage 2009. Große Namen, gewiss. Doch an diesem Abend waren sie vor allem das, was ein gutes Pairing sein sollte: elegante Begleiter für zwei Habanos, die zeigten, warum manche Zigarren nicht laut sein müssen, um Eindruck zu hinterlassen.