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29-07-13 07:59 Alter: 13 yrs

VON:GH

Hafenfest • Wenn Kuba nach Berlin kommt

32 Grad im Schatten, flirrende Hitze, Mojito, Hafenmauer, kubanische Musik und jede Menge kubanischer Zigarren – der Malecón.



Zelte bis zum Horizont …


Der private Anlegesteg für den Schiffsreisenden


Maximilian Herzog, Berlins Zigarrenhändler


Hans-Hermann Tiedje


Christoph A. Puszkar


José Enrique Martinéz Suarez, Direktor der Manufaktur „El Laguito“


Accessoires einer korrekten Kleidung

Aber nicht der in Kubas Hauptstadt Havanna, sondern der in Deutschlands Hauptstadt Berlin.

„El Malecon Berlinés baila“ – so der Titel des sechsten Hafenfestes von Berlins Zigarrenhändler Maximilian Herzog.

Der gewachsenen Besucherzahl entsprechend war die Fläche vergrößert und die Anzahl der Zelte erhöht worden. Gott sei Dank, möchte man sagen, denn so entgingen die meisten Besucher der direkten Sonneneinstrahlung und konnten im Schatten der Zeltdächer sitzen.

Viel Aufwand war in die akustische Technik gesteckt worden. Eine große Anzahl kleinerer Lautsprecher, über den gesamten Festplatz verteilt, sorgte dafür, dass Musik und Sprache bis in den hintersten Winkel zu verstehen waren. 

Gut so, denn sonst wären die treffenden Sätze von Hans-Hermann Tiedje, der durch seine Moderatorentätigkeit bei NDR- und N-24-Talkshows als Freund des klaren und teils provozierenden Wortes bekannt wurde, nicht so klar rübergekommen. Der Zigarrenraucher sei nun mal der bessere Mensch, führte Tiedje aus und belegte dies mit mehreren Beispielen. Der Applaus des Publikums gab ihm recht.

Aus Waldshut-Tiengen überbrachte Christoph A. Puzskar die Grüße des deutschen Alleinimporteurs für kubanische Zigarren, 5THAvenue. Zigarren Herzog am Hafen und das Hafenfest segeln von Beginn an unter der alleinigen Flagge der kubanischen Zigarre.

Aus Kuba war der „Cohiba-Chef“ José Enrique Martinéz Suarez, Direktor der Manufaktur „El Laguito“ gekommen. 

So manche Lederhose verdeutlichte, dass das Hafenfest seine Anziehungskraft inzwischen bis in die Alpenregion entfaltet. Aus dem Nichtraucherschutzgebiet Bayern waren etliche angereist, deren Gesichter ein wahrhaft befreites Lächeln zeigten.

Apropos Anreise: Nicht nur Bahn, Auto und Flugzeug kommen in Betracht. Der private Anlegesteg am Osthafen ermöglicht einen direkten Weg auf das Festgelände. Liegeplätze stehen nach vorheriger Absprache zur Verfügung. 

Schon fast selbstverständlich, dass Grill und Buffet alles an und für Koteletts vom Lamm, iberischen Schwein, Kalbsschnitzel, Lachsfilet und Garnelen boten, was Auge und Gaumen des Genießers erfreut. Dazu Mojito, Cuba Libré und Havana Highball aus dem Hause Havana Club.

Trotz der Warnung von Maximilian Herzog, man möge sich aufgrund der hohen Temperaturen keinem übermäßigen Bewegungsdrang hingeben, füllte sich nach Sonnenuntergang und leicht zurückgegangenen Temperaturen – man maß so um die 28° C – die Tanzfläche. „Luis Enrique y su banda“ bespielte den Hafen mit kubanischer Musik.

Die Zigarren-Tombola wurde, wie in der Vergangenheit auch, zu Gunsten des Kinderkrankenhauses „William Solér“ veranstaltet. 5.430 EUR kamen zusammen.

Hinzu kommt all das, was sich nur schwer oder gar nicht beschreiben lässt. Die Bandbreite der Besucher von überkorrekt bis skurril und die daraus resultierenden Unterhaltungen. (War es tatsächlich ein Oberstudienrat, der im leicht abgetragenen grauen Anzug mit korrekt sitzender Krawatte nebst Schultasche in den späten Abendstunden am Hafen mit einer Punkerin am Ufer flanierte?)

Kein Wunder, dass so ein Hafenfest erst in den frühen Morgenstunden endet. Allerdings im Hafengebäude, denn draußen wird schon wieder „Klar Schiff“ gemacht.