28-02-12 11:09 Alter: 14 yrs
VON:GH
Hanse-Spirit mit 80 % mehr Besuchern
Am vergangenen Wochenende fand die alljährliche Hanse-Spirit im Hamburger Curio-Haus statt. Diesmal mit Zigarrenlounge. Und das hatte Konsequenzen.
 |   Stets voll: Die Zigarrenlounge anlässlich der Hanse-Spirit 2012
  Ebenso: Die einzelnen Etagen des Curio-Hauses
  Korrekte Kleidung: Dirk James Römer von whisky-friend.de
  Michael Schlüter, Herausgeber der whiskynews.de
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Das Konzept ist so einfach wie genial. Man nehme eine angenehme Umgebung, möglichst viele Hersteller und Händler, die mit einer qualitativ hochwertigen Auswahl an Spirituosen erscheinen und lasse die Besucher kosten. Geschätzte 1.500 verschiedene Getränke kamen auf die Tische und wurden von den etwa 1.400 Besuchern probiert.
Das Angebot der Händler und Hersteller bestand zu etwa 60 Prozent aus Whisky, der Rest waren Rum und andere Edeldestillate. Die einzelnen Proben à 2 cl wurden für ein bis vier Euro ausgeschenkt, was den enormen Vorteil hat, dass die Veranstaltung nicht von „Wenn für lau, dann jau“-Besuchern überschwemmt wird.
So weit, so gut, so attraktiv.
Die Hanse-Spirit bot gegen Pfand eine beliebige Menge an Degustationsgläsern an, so dass man nach ca. zwei- bis dreistündigem Rundgang seine Auswahl traf und mit diesem Getränkestrauß in die Zigarrenlounge ging, wo in üppigen Sesseln bei der einen und anderen Zigarre ermittelt wurde, welches Getränk den persönlichen Geschmack trifft.
Für den Zigarrenraucher war in der dritten Etage nämlich erstmalig eine Zigarrenlounge eingerichtet worden. Enrico Zerfel, der unter dem Firmennamen TSP-Cigars Gastronomen das Evangelium der Zigarre verkündet, hatte etliche Ledersessel und -couchen sowie Tische herbeigeschafft und einen Humidor mit diversen Longfillern aufgestellt. Die rund 20 Sitzplätze mussten während der gesamten Zeit um etliche Stühle ergänzt werden um keine drangvolle Enge auf den Sitzmöbeln entstehen zu lassen.
Vier „Whisky und Zigarre“-Seminare wurden an den zwei Tagen angeboten, was bei laufendem Loungebtrieb durchaus schwierig werden kann. Denn wer will schon seine genüssliche Ruhe abrupt aufgeben, um einem Seminarteilnehmer Platz zu machen. Das klappte allerdings aufgrund des diplomatischen Geschicks und der organisatorischen Vorausschau des „Maître de Lounge“ völlig problemlos.
Apropos: Wer jahrelang Zigarre raucht, wird sich über das Anzünden derselben kaum noch Gedanken machen. Routinemäßig läuft der Vorgang ab, da tausende Male wiederholt. Für Novizinnen und Novizen stellt dieser Akt aber womöglich ein Buch mit sieben Siegeln dar. In diesem Falle sollte man den angehenden Jünger zum Evangelisten Enrico Zerfel schicken. Mit staunendem Gesicht, so war es in den Seminaren zu sehen, lauscht er während der 15 Minuten, die Zerfel darauf verwendet, diesen grundlegenden Akt zu erläutern. Faszinierend!
Summa summarum: Das Konzept der Messe um eine Zigarrenlounge zu erweitern, hat nicht nur der Besucherzahl sondern auch dem genussorientierten Zigarrenraucher gut getan. Vermutlich werden etliche Händler und Hersteller nun versuchen, auf einen gut fahrenden Zug aufzuspringen. Es wird einer geschickten Hand bedürfen, nicht jeden mitfahren zu lassen. Wir werden sehen.
Natürlich gibt es noch eine Menge mehr zu berichten – Gutes, Geniales und Abstruses. Zum Beispiel von der Destillateurin, die ihre Schnäpse in kleinen Sprühflaschen anbietet, damit man seine Zigarre ansprühen kann …
Fortsetzung folgt …
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