28-09-15 00:01 Alter: 11 yrs
VON:GH
Herzogs Hausmesse für Gaumen, Augen und das Hirn
Berlins Zigarrenhändler Maximilian Herzog brachte nicht nur die wesentlichen Neuigkeiten der diesjährigen Händlermesse in die Hauptstadt, sondern bot auch noch ein ganz anderes Podium.
 |   Auf dem Podium (von links): Mario Samec (Davidoff), Dirk Draheim (Wolfertz), Berlins Zigarrenhändler Maximilian Herzog, Philipp Schuster (Schuster Cigars, Bünde) und Rainer Schacke (5TH Avenue).
  Rainer Schacke mit einer Kiste … ja, was ist es denn eigentlich? Philipp Schuster ist sichtlich entsetzt über das, was man ihm da zumutet.
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Davidoff Escurio, Habanos, Arnold André mit Untamed, Villiger – nicht nur mit eigener Rollerin sondern auch mit der neuen La Meridiana und der San´Doro – Xikar mit neuen Accessoires, Philipp Schuster mit Canned Heat, Maria Mancini und seiner legendären Casa de Torres und … und … und … – also allem, was eine Hausmesse notwendig und attraktiv macht.
Herzog wäre aber nicht Herzog, würde darüber hinaus nicht auch noch etwas geboten. Mit Mario Samec von Davidoff, Dirk Draheim von Wolfertz, Philipp Schuster von der Zigarrenmanufaktur Schuster in Bünde und Rainer Schacke vom alleinigen Habanosimporteur 5TH Avenue holte er Leute aufs Podium, die zum aktuellen Thema Schockbilder auf Zigarrenkisten etwas sagen konnten und sollten.
Mario Samec von Davidoff blieb da sehr gelassen. Absatzmäßig würde man zukünftig darunter nicht wirklich leiden. Man sei gut in der Gastronomie, bei Hotels und deren Lounges sowie mit Lounges im Fachhandel vertreten. Dort würden die Schockbilder aufgrund der vorwiegenden Einzelverkäufe keine Rolle spielen.
Dirk Draheim von Wolfertz sah das schon etwas kritischer. Wenn auf den Kisten der trendigen Zigarren (Alec Bradley, La Ley, Carillo) 60 Prozent der Fläche mit Warnhinweisen versehen werden müssten, sei das gerade bei Kistenpräsentationen schon ein Problem. Nicht nur ein ästhetisches sondern auch ein Kostenproblem. Denn das national individuelle Bekleben sei nicht „eben mal so“ zu machen.
Philipp Schuster hat ausgerechnet, dass alleine für seine Zigarrenmanufaktur rund 6.000 (in Worten: Sechstausend!) Aufkleber vorgehalten und auf die Kisten geklebt werden müssten.
Rainer Schacke von Habanos hatte ein Beispiel mitgebracht. Bei den kubanischen Zigarren, so mutmaßt er, würde das neben einer Kostensteigerung auch zu einer deutlich geringeren Variantenvielfalt führen. Für manche Produkte lohne es sich dann einfach nicht mehr. Sie würden vom Markt verschwinden.
Unter den Zuhörern befand sich ein profunder und hochrangiger Jurist, der der (vermeintlich) gebeutelten Industrie erste Tipps für Verpackungen und Umverpackungen gab. Überraschte und teils ratlose Gesichter waren die Folge.
Vielleicht bleibt nach weiteren Gesprächen mit diesem schlauen Menschen uns allen der Unfug der Kistenverschandelung erspart.