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20-02-24 09:58 Alter: 61 days

VON:MAXIMILIAN HERZOG

Herzogs Reisetagebuch • Estelí und Padron

Zigarrenboom in Nicaraguas Zigarrenhauptstadt Estelí.



Vorzügliche Esskultur bei Puro Sabor


Padrón – in Reih und Glied


Jorge Padrón (ganz links) mit Mitarbeitern und Sohn (3er von links)


Neue Felder für Padrón


In der Manufaktur von Padrón (alle Bilder: Maximilian Herzog)

Estelí könnte nicht besser gelegen sein für den Anbau und die Verarbeitung hochwertiger Zigarrentabake. Die Höhe von rund 900 Metern ü. M. ist ideal; nur ein bisschen höher, und es wäre Anbaugebiet für Kaffee, ein bisschen tiefer für Zuckerrohr.

Mehr als 40 000 Menschen arbeiten in Estelí für den Zigarrentabak bei mehr als 120 Tabakfirmen. Nur zwei davon sind Firmen, die von gebürtigen nicaraguanischen Familien betrieben werden. Viele Firmen werden von Exilkubanern und ihren Familien geführt oder sind Firmen mit Investitionskapital aus den USA, der Kopf dafür findet sich meist in Miami.

Estelí blüht und zeigt seinen Reichtum beim alljährlich im Januar stattfindenden Zigarrenfestival „Puro Sabor“. Dass Estelí Havanna in nichts nachstehen will, zeigt sich auch darin, dass der kubanische Slogan „El mejor tabacco del Mundo“ (Der beste Tabak der Welt) in Estelí häufig in Bezug auf den nicaraguanischen Tabak zu hören ist.

Von den vielen Manufakturen und Fabriken, die während des diesjährigen Zigarrenfestivals für die Zigarrenliebhaber und -liebhaberinnen (letztere deutlich in der Minderzahl) geöffnet und deren Geschichten erzählt worden sind, greife ich einige – aus meiner Sicht – Höhepunkte heraus.

Padrón
Die mittlerweile weltbekannte Manufaktur genießt auch in Estelí den Ruf mit die besten Zigarren in Nicaragua herzustellen. Zwischen 9,5 und 10,5 Mio. Puros produziert Padrón. Doch die Nachfrage übersteigt die Produktion. Auf die Frage, warum wir in Deutschland so wenige seiner Puros bekommen, sagt der Senior-Chef Jorge Padrón: „Wir halten zuerst zu unseren Freunden in Miami, die uns umgekehrt in schwierigen Zeiten geholfen haben.“ Dazu muss man wissen, dass die Familie Padrón 1961 aus Cuba emigrierte und 1964 in Miami die Firma gründete; die Firma existiert erst seit 1970 in Estelí

Jorge Padrón empfing uns im Rahmen des Zigarrenfestivals. Wir konnten die neu von Padrón akquirierten Felder in einem Hochtal bei Estelí besuchen. Die Expansion sei nicht nur wegen der erhöhten Produktion notwendig, sondern auch weil die Felder immer wieder abwechselnd eine Ruhepause brauchen. Dieser Ruhe beim Pflanzen entspricht auch die lange Fermentationszeit des Tabaks von bis zu zwei Jahren.

Was bei dem Rundgang sofort positiv auffällt, ist die Stimmung unter den Mitarbeitern. Alle fühlen, dass sie gemeinsam an einem Weltbestseller arbeiten. Die Roller arbeiten in Zweiergruppen gemeinsam (einer an der Puppe, der andere am Deckblatt).

Fortsetzung folgt …


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