08-06-26 13:29 Alter: 77 days
VON:GH
Langsamrauchen in Neukölln
Wieder wurde die Zwei-Stunden-Marke durchbrochen.
 |   v. l. n. r.: Georgi Mitsov, Lorenz Harnacke und Vincent v. Kuczkowski
  Das pitoreske Ambiente des Barbershops erhöht die Fähigkeit der Kandidaten, sich auf die Montecristo No. 4 zu konzentrieren.
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Am 6. Juni 2026 trug das The Barber Yard in Neukölln seinen bisher wohlriechendsten Abend aus. Hussein Seif, der den Laden sonst für Haarschnitt und Bartpflege betreibt, öffnete seine Türen zum Regionalwettbewerb der Deutschen Meisterschaft im Langsamrauchen – und der Duft von Montecristo zog, so wird berichtet, bis auf die Straßen Neuköllns hinaus. Eingeseift hat sich dabei, soweit bekannt, niemand. Bärte hingegen waren reichlich vorhanden.
Sieger des Abends wurde Lorenz Harnacke mit einer Rauchdauer von 2:00:35 Stunden – als einziger Teilnehmer durchbrach er die symbolische Zwei-Stunden-Marke. Das war keineswegs ein entspannter Spaziergang: Über weite Strecken kämpfte er mit einem ausgeprägten Schiefbrand, den er durch kontrolliertes Nachjustieren und das gezielte Herbeiführen eines Tunnelbrands in den Griff bekam – ohne den Zigarrenring zu beschädigen. Im bundesweiten Ranking belegt er damit aktuell Platz 4.
Die weiteren Platzierten: Georgi Mitsov (2. Platz, 1:40:45), Vincent von Kuczkowski (3. Platz, 1:23:40), Sebastian W. (4. Platz, 1:20:10) und Klaus-Peter Kuhlow (5. Platz, 1:16:36).
Mehr als die Hälfte der Starter war unter 30 Jahren, viele mit bereits vorhandener Wettbewerbserfahrung. Unter den Teilnehmern befanden sich Aficionados aus dem Berliner Umland und Sachsen-Anhalt; Jakob G., wohnhaft in der Schweiz und gebürtiger Norweger, nahm einmal mehr den weiten Weg auf sich, um in Neukölln anzutreten.
Mit sieben noch ausstehenden Regionalwettbewerben ist die Saison 2026 offen. Lorenz Harnacke hat sich seine Ausgangslage für das Finale auf Schloss Bückeburg am 17. Oktober jedoch denkbar gut gestaltet.