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01-07-09 06:20 Alter: 17 yrs

VON:TS, SCHWEIZ

London As A Cigar-Smoker

Die Briten sind ein eigenes Volk. Bekannt für ihre Pub-Kultur, Fish ’n´ Chips sowie das „queueing“ (Schlangestehen). Erstgenanntes erfuhr jedoch vor zwei Jahren eine herbe Veränderung: Das Vereinigte Königreich führte ein rigoroses Rauchverbot in öffentlichen Räumen ein.



Gähnende Leere beim Versuch, die Davidoff-Homepage im UK zu erreichen.


Aschenbecher gab’s im Sonderangebot.


Mitchel von C.Gars Ltd.


Pre-Embargo-Schätze bei Mitchell.


Eine Mustersammlung, wie sie von Vertretern benutzt wurde.


Eine Kiste Dunhill Larrañaga.


Heute will Dunhill nicht mehr mit Zigarren in Verbindung gebracht werden.


Von der Punch Serie D’Oro No. 1 nahm ich eine Kiste mit.


Kleines Detail: Das Band wird außen an der Kiste befestigt.

 Schon bevor ich nach London kam, war mir bewusst, dass der gepflegte Zigarrengenuss „eher schwierig“ sein würde. Nach ein paar Tagen musste ich aber feststellen, dass diese Formulierung eher beschönigend ist.

Anders als zum Beispiel in Deutschland, ist es den Lokalen nicht einmal erlaubt, einen separaten Raucherraum zu führen. In öffentlichen Pubs war es also unmöglich zu rauchen und draußen war das Wetter nicht gerade einladend.

Doch dem nicht genug: Als ich in der „Tabakwelt“ einen Artikel über Davidoff gelesen habe, wollte ich auf die Homepage des Zigarrenherstellers. Nun, was mich da erwartete, kann man im ersten Bild zu diesem Artikel sehen …

So hatte ich also einen prall gefüllten Reisehumidor dabei, konnte dem edlen Rauchgenuss aber nirgends nachgehen. Nirgends? Doch. Als ich eines Abends vor einem Club anstehen musste, begann ich, den Sinn einer anständigen „queue“ zu verstehen: Ohne Probleme konnte ich eine D4 genießen!

In öffentlichen Räumen ist das Rauchen zwar verboten, dennoch ist das Vereinigte Königreich bekannt für seine „English Market Selection (EMS)“-Zigarren. Ich ließ es mir nicht nehmen, die beiden Ediciones Regionales „Exclusivo Reino Unido“ zu besorgen.

Als erstes wäre da die La Gloria Cubana Glorioso: Eine „Dobles“ (50 x 155) im ansprechenden 10-er Kistchen. Als zweite „ER“ gibt es die Punch Serie D’Oro No. 1. Diese kommt in einer speziellen Box, die ein Seidenband beherbergt, welches durch eine kleine Öffnung nach draußen gelangt und dort festgemacht werden kann – so wie die Zigarre bis in die 1960-er schon mal verkauft wurde.

Auffällig war, dass es trotz des Rauchverbotes in vielen kleinen Kiosken neben Zigaretten auch vereinzelte hochwertige Zigarren, wie z.B. eine Siglo IV, gab. Diese lagen aber meist hinter dem Schaufenster und waren wohl trotz des Tubos nicht mehr in optimalem Zustand. Raritäten, wie z.B. Sondereditionen, gab es bei diesen Händlern natürlich (und glücklicherweise, es wäre schade darum) nicht.

Also habe ich mich entschlossen, Zigarren bei C. Gars Ltd. zu kaufen. Gerne und ausführlich zeigte mir Mitchell Orchant, der Geschäftsführer, den großen Schatz an Pre-Embargo-Havannas und weitere Spezialitäten. Danach genossen wir bei einem Havanna Club Barrel Proof eine herrliche Punch Serie D’Oro No. 1. Die Zigarre strotzte vor Kraft und Aroma – und war schon in ihrem zarten Alter ein herrliches Vergnügen.

Selbstverständlich waren auch das Rauchverbot und der „Credit Crunch“ (die Kreditkrise) ein Gesprächsthema. Mitchell meinte, dass es für ihn als Zigarrenhändler momentan besser läuft als zuvor. Weil es im United Kingdom üblich sei, dass zuhause geraucht wird „anders als in Deutschland, wo sich die Männer dies von den Frauen verbieten lassen“. Da ich bis dahin trotz einiger Bemühungen kein Lokal gefunden hatte, in dem ich dem Rauchgenuss nachgehen konnte, erkundigte ich mich bei Mitchell nach Möglichkeiten. Dieser meinte, es gäbe schon Gelegenheiten, meist jedoch private Clubs. Empfohlen hat er mir dann aber Dunhill, auch um den dortigen Humidor – welcher einer der schönsten Londons sei – zu betrachten.

Am Abend googelte ich dann nach Dunhill London: Auf der gefundenen Seite war rein gar nichts von Zigarren, geschweige denn von einem Humidor zu lesen. Nach kurzer Rücksprache mit Mitchell bestätigte dieser jedoch, dass der Humidor dort zu finden sei. Und tatsächlich: Als ich bei Dunhill ankam, sah der Empfang schon vielversprechend aus: Bequeme Sessel und Aschenbecher mit gerauchten Zigarren ließen Gutes erwarten. Drinnen zeigte man mir bereitwillig den wirklich sehenswerten Humidor im Keller. Der Blick auf die anscheinend vorhandene Lounge im Untergrund wurde mir aber verwehrt. Und noch mehr: Als ich Fotos vom Humidor machen wollte, wurde mir dies untersagt, da „Dunhill nicht in Verbindung mit Zigarren gebracht werden will“.

Da lobe ich mir die Schweiz, wo man gemeinsam mit Freunden und solchen, die es werden könnten, in einem öffentlichen Lokal Zigarren genießen kann.

Spätestens am 16. Juli beim After Work Smoke in Zürich ist es wieder soweit!

 


Links:

www.cgarsltd.co.uk/index.php

www.cgarsltd.co.uk/cigarblog/

www.davidoff.com/davidoff/

www.dunhill.com/en-cn/thehomes/london/

www.afterworksmoke.ch