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30-10-12 08:46 Alter: 14 yrs

VON:ANONYMOS

Neues aus der Welt der Markenpiraten


gefälschte Zigarren
Neues aus der Piratenwerkstatt


„My friend, you wanna buy havanna cigars? My brother works in the factory. In the shop it´s very expensive … I have cheap prices!”

Wer in der Hauptstadt Kubas das Capitol besichtigt, wird unweigerlich diese Sätze hören und, wenn er denn in der Vergangenheit darauf eingegangen ist, in einen zumeist dunklen Hinterhof gebeten. Dort gab es dann jede Menge Markenzigarren. Keine davon echt. Das Beste, was einem in einer solchen Situation passieren konnte, war, dass es sich wirklich um Tabak und nicht um Bananenblätter oder ähnliches handelte.

Inzwischen hat sich optisch einiges getan. Die dunklen Hinterhöfe sind semiprofessionellen Verkaufsstätten gewichen, in denen so mancher 42-Zoll-Monitor vom geschäftlichen Erfolg der Zigarrenverkäufer kündet. Die Geschichte vom Bruder, der Mutter oder einem sonstigen Verwandten hört man kaum noch. Stattdessen wird von „la cooperativa“ gesprochen – wie auch immer die gemeint ist.

Die Vielfalt der offiziellen Selecciones in den vergangenen Jahren hat offenbar auch diese kubanischen Markenpiraten und Fälscher inspiriert – wie das Beispiel der Piramides-Seleccion zeigt. San Cristóbal, Cohiba und El Rey del Mundo. Natürlich alles entweder Casa-exklusiv oder Edición Limitada.

Cohiba Piramides gibt es in diesen Geschäften auch als Edición Limitada aus den Jahren 2004, 2005 und 2006. Alles, was Habanos nicht liefern kann oder nie liefern konnte oder wollte, hier kann man es kaufen. Und falls ausnahmsweise mal nicht: Spätestens morgen hat unser Zigarrenpirat die gewünschte Marke im gewünschten Format besorgt.

Wer beruflich im Einkauf tätig ist, kann diese Situationen als Schulungskurs betrachten. Der Einstiegspreis für eine Kiste wird gerne mit 250 CUC angegeben – egal, wie viele Zigarren es sind. Wenn man diese Kiste für 25 CUC bekommt, ist man noch voll im Job.