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16-01-15 10:17 Alter: 12 yrs

VON:GH

Perle des Münsterlandes - Zigarrenlounge des Hotels Bomke in Wadersloh

Wadersloh – tiefstes Münsterland - im Kern etwa 9.600 Einwohner – Gloria Feuerlöscher – hier würde man alles vermuten, nur nicht einen Tempel irdischer Freuden im Schatten einer 3-türmigen katholischen Kirche.



Rund um die Zigarrenlounge herum genügend Platz für geschlossene Gesellschaften.


Die silbernen Zigarrenablagen für den perfekten Zigarrenservice






Wenn 71 Prozent der Bevölkerung katholisch sind, verwundert eine Pfarrkirche mit gleich drei Türmen nicht sonderlich.

Wenn im Schatten dieser Kirche allerdings ein mehrfach ausgezeichneter Sternekoch und Hotelier eine Zigarrenlounge betreibt, so ist das einen Besuch wert.

Das Hotel (Ringhotel) und die Küche müssen hier nicht auch noch gelobt werden. Das machen zu Recht andere schon – Michelin mit einem Stern, Jeunes Restaurateurs d`Europe, Schlemmeratlanten, Feinschmecker so wie Varta nebst etlichen anderen. Und das nicht für irgendein Jahr in der Vergangenheit, sondern für das Jahr 2015. Michelin vergab seinen Stern zum 23. Male.

Betrachten wir den wesentlichen Mittelpunkt eines guten Hauses.

Gefühlte 100 Quadratmeter misst die Zigarrenlounge mit großem, offenem Kamin, Sesseln und Sofas. Es geht aber auch kleiner. Geschlossene Gesellschaften finden in der Vinothek oder in den anderen Räumlichkeiten mit unterschiedlicher Personenenanzahl Platz.

Jens Bomke, Patron und Sternekoch, ist selber ein Freund guter Zigarren. Sein Davidoff-Humidor sah übrigens arg gerupft aus – Zeichen eines stets guten Konsums bei Nachlässigkeit des Zigarrenhändlers? Oder ist hier die Besuchsfrequenz des Davidoff-Restaurantbetreuers zu gering? Davidoff Nicaragua z. B. – immerhin auch schon mehr als ein Jahr auf dem Markt – war nicht zu sehen.

Beim Zigarrenservice wird dem Gast die angezündete Zigarre nicht einfach in die Hand gedrückt, sondern liebevoll auf silbernen Zigarrenhaltern dargeboten. Stilvoll. Apropos Service: Liebevoll, umsichtig, präzises Timing, fällt nicht auf, obwohl er immer da ist.

Nur Rum sollte man nicht wollen, den gibt es erstaunlicherweise nicht. Obwohl ansonsten in fast jedem Raum eine umfangreiche Sammlung seltener und alter Digestifs feilgeboten wird. Wo so viel rumsteht, sollte auch ein Rum steh´n.

Tipp: Mit zehn oder zwölf Freundinnen und Freunden einen Tisch in der Vinothek reservieren und das 7-Gänge Menü wählen. Ausreichend Pausen für den kleinen Smoke zwischendurch (Montecristo Mini, Davidoff Platinum) der Küche annoncieren und den Abend – umgeben von mehreren Hundert Flaschen Wein – genießen. 

Unser Menü mit Zigarren und korrespondierenden Weinen dauerte sechs Stunden und kostete für vier Personen 700 Euro, also gerade einmal 29 Euro pro Stunde und Person – geradezu faustisch: Oh Augenblick verweile doch, du bist so schön.

Zum Hotel Bomke unter den Türmen der St.-Margareta-Kirche in Wadersloh