28-02-13 16:11 Alter: 13 yrs
VON:GH
Preiserhöhungen bei kubanischen Zigarren 2013 und 2014
Heute schon an morgen denken: Alleinimporteur für kubanische Zigarren bereitet den Handel auf Margenkürzung vor.
Wie alljährlich zum 1. April werden auch in diesem Jahr die Preise für kubanische Zigarren erhöht werden.
Eine Romeo y Julieta Wide Churchill wird statt 10 dann 10,30 EUR kosten und eine Hoyo de Monterrey Epicure No. 2 wird von 9,70 auf 10 Euro steigen.
So weit, so erwartet, so normal.
Neu ist in diesem Jahr das beiliegende Schreiben von Heinrich Villiger (Geschäftsführer des Alleinimporteurs für Deutschland und Österreich, 5THAvenue), in dem er mitteilt, dass die Preiserhöhung im nächsten Jahr drastisch ausfallen wird.
Grund ist der so genannte Präferenzzoll.
Das Prinzip ist recht einfach: Wer etwas nach Deutschland importiert, muss 26,1 % Zoll auf den Warenwert zahlen. Um armen und ärmsten Ländern etwas unter die Arme zu greifen, hat man schon vor Jahrzehnten einen Präferenzzoll eingeführt. Jedes Land kam, je nach seiner Bedürftigkeit, in eine bestimmte Klasse und je nach Klasse wurden geringere Vorzugszölle erhoben. Im Falle von Kuba war das ein Einfuhrzoll von 9,1 %.
Nun wurde mittels eines komplizierten Mechanismus festgestellt, dass Kuba überhaupt kein entwicklungsbedürftiges Land mehr ist. Es gehört vielmehr zu den „Upper middle income countries“ – wie Russland, Brasilien, Argentinien oder Malaysia. Die Konsequenz: Der Einfuhrzoll wird ab dem 1.1.2014 26,1 % betragen.
Festgestellt und festgelegt hat dies übrigens die EU-Kommission.
Werden also für 100 Euro Zigarren nach Deutschland importiert, so muss 5THAvenue dafür alleine an Einfuhrzoll 26,10 Euro statt 9,10 Euro zahlen. Und diese 17 Euro mehr pro 100 Euro Zigarreneinkaufspreis in Kuba werden zwangsläufig weitergegeben werden müssen.
Erste Einsicht von Heinrich Villiger: Diese Preiserhöhung wird „ … nicht allein über KVP-Erhöhungen an den Verbraucher weitergegeben werden können.“ Vielmehr müsse die gesamte Kette Kuba – 5THAvenue – Händler diese Preissteigerung tragen. Man werde zum einen natürlich mit Kuba sprechen, zum anderen aber um Margenkürzungen nicht herumkommen.
Bei all den Diskussionen, die nun bald auftauchen werden, sollten wir zwei Dinge nicht vergessen: Erstens sollte irgendjemand den Kubanern sagen, dass sie nun in einer aufstrebenden und fast schon wohlhabenden Region leben und keine Unterstützung mehr benötigen. Zweitens ist das Verfahren, dass zur „Beförderung“ von Kuba führte, von Intransparenz und politischer Einflussnahme derart durchsetzt, dass es einem die EU noch unsympathischer macht.
Für den Ver(b)raucher kristallisiert sich heraus: Einkäufe in diesem Jahr dürften eine Rendite-Risikoverhältnis haben, dass deutsche Staatsanleihen bei Weitem übertrifft.
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