18-11-08 09:17 Alter: 18 yrs
VON:MS
Rauch über Miami
Im tristen November wünscht man sich oft die sonnigen Tage zurück. Wir lassen in zwei Reiseberichten den Sommer noch einmal aufleben. Der erste heute direkt aus einer gar nicht so raucherfeindlichen Stadt in den USA.
 |   Auf der Suche nach guten Zigarren …
  Die Raucherterrasse von „Deco Drive Cigars“.
  „Echte Habanos“ – ansprechend dargeboten.
  Die nicht kubanische „La Gloria Cubana“ in Miami
 
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Die USA und auch Florida gelten im Allgemeinen nicht als einfaches Reiseziel für Zigarrenraucher. Etwas anders verhält es sich in der Latino-Metropole Miami.
Die Stadt im Südosten der Vereinigten Staaten ist nämlich zum einen schon lange das bevorzugte Ziel der Einwanderer aus Lateinamerika und Kuba. Dies geht mit einer sehr aufgeschlossenen Haltung gegenüber Zigarren einher, von denen zahlreiche Marken in Miami selbst produziert werden. Zum anderen sorgt das angenehme Klima dafür, dass es zahlreiche Bars mit Außenbereich gibt, in denen Einheimische wie Touristen ungestört das edle Rauchgut genießen können.
Generell ist die Versorgungslage mit Zigarren verschiedenster Provenienzen in der Stadt gesichert. Eine Vielzahl großer und kleiner Tabakläden bietet neben bekannten Marken wie Ashton, Davidoff oder Macanudo auch einige Besonderheiten wie die außergewöhnliche NUB an.
Zu erkennen sind die ernsthaften Einzelhändler, die häufig noch den einen oder anderen guten Wein im Angebot haben, am hölzernen Indianer vor der Tür. Dank des momentan günstigen Umtauschkurses von Euro zu Dollar und dem enormen Konkurrenzdruck auf dem Zigarrenmarkt in den Staaten sind Zigarren auch oft günstiger zu haben als in der Heimat.
Auf den ersten Blick mag man sich in den Geschäften darüber wundern, dass auch kubanische Traditionsmarken wie Montecristo, H. Upmann oder Punch erhältlich sind. Doch wer hier bei guten Preisen zugreifen möchte, der sei gewarnt. Die in den Tabakläden offiziell angebotenen Zigarren kommen mitnichten aus Kuba sondern werden hauptsächlich in der Dominikanischen Republik gefertigt. Dies muss nicht bedeuten, dass es schlechte Zigarren sind. Lediglich mit dem Original haben sie nichts zu tun.
Schuld daran ist das amerikanische Handelsembargo gegen die karibische Insel und die „schlaue“ Markenpolitik mancher Hersteller, die sich frühzeitig die Markenrechte für den US-Markt sicherten.
Neben diesen „legalen Kopien“ werden in Miami und den Florida Keys auch an zahlreichen Orten Zigarren angeboten, die wirklich aus Havanna stammen sollen. Überraschenderweise auch zu einmalig günstigen Preisen. Hier kann man natürlich sein Glück versuchen. Allerdings muss man wissen, dass in den USA deutlich mehr Fälschungen kubanischer Zigarren als originale „Grauimporte“ im Umlauf sind. Man sollte daher ablehnen, auch wenn die Zigarren mitunter recht ansprechend dargeboten werden.
Das Interesse ist somit eher auf die verschiedenen Zigarren-Boutiquen in der Stadt zu richten. Hierunter versteht man kleinere Fabriken, die mit einer begrenzten Anzahl von Rollern eine kleine aber feine Anzahl von Zigarren herstellen.
Besondere Erwähnung verdient dabei „El Rey de los Habanos Inc.“ wo der Exilkubaner José Garcia neben zahlreichen Zigarren für andere Distributoren auch die sehr gute Eigenmarke „Don Pepín García“ produziert. Nur eine Ecke weiter befindet sich die Fabrik von „El Credito Cigars“. Neben den auch in Deutschland erhältlichen Zigarren der Marke „El Credito“ wird hier die „Gloria Cubana“ für den US-Markt produziert. Das angegliederte Ladenlokal bietet einen Überblick über die umfangreiche Produktpalette und eine Tür weiter kann man den Rollern direkt auf die Finger schauen. Beide Fabriken befinden sich im selben Block im hauptsächlich von Kubanern bewohnten Stadtteil „Little Havana“ (8th Street Ecke 11th Avenue).
Was nun den „Verzehr“ der frisch erstandenen Ware angeht, so ist man zumeist auf gutes Wetter angewiesen. Gott sei Dank ist dies in Miami ja eher der Regelfall. Dann kann man es sich gleich im Freien an einem der zahlreichen Rauchertische der Bars bequem machen. Ansonsten herrscht in den Restaurants jedoch Rauchverbot. Eine Ausnahme bildet das „SushiSamba“ in Miami Beach (600 Lincoln Road). Hier wird um Mitternacht der Restaurantbetrieb eingestellt und die Diskokugel über der Sushibar gehisst. Das Servicepersonal verteilt Aschenbecher auf den Tischen und es kann endlich heißen: Feuer frei!