Die Cortès Honduras Corona Tubo wurde in einer Zweierpackung ausgeliefert, so dass sich diese Bewertung auf zwei Verkostungen bezieht: die erste Cortès wurde kurz nach Erwerb geraucht, die zweite Cortès, nachdem diese für ca. 6 Wochen im Humidor lagerte.
Optischer Eindruck: 4
Ein samtig weiches Deckblatt ließ viel versprechen. Dass bei einer maschinellen Produktion das Deckblatt nicht so sorgfältig wie von Hand ausgelesen werden kann, war zu erwarten. So überraschten die zahlreichen, deutlich zu sehenden und vor allem deutlich zu ertastenden Blattadern nicht. Getrübt wurde der Eindruck jedoch dadurch, dass sich bei einer der zwei Zigarren dass Deckblatt am Kopfende begann abzulösen und trotz aller Vorsicht das Anschneiden nicht überstand. Ein klarer Grund für einen Abzug von Punkten.
Apropos Anschneiden: Beide Cortès wiesen am Kopfende ein kleines Loch auf. Als "vorangeschnittene" Zigarre würde ich die Cortès jedoch nicht bezeichnen, da die Größe des Loches mit einem Stecknadelkopf vergleichbar und zum Rauchen deutlich zu klein ausgelegt ist. Als produktionsbedingtes Manko eingestuft gab es auch hier Abzüge.
Beim Zugverhalten war nicht viel auszusetzen. Beide Zigarren waren so gleichmäßig gerollt, dass der Zug über die gesamte Rauchdauer konstant blieb. Für meinen Geschmack ein bischen zu fest im Zug.
Die Asche der Cortès war in beiden Fällen leicht faserig und wies größtenteils graue und vereinzelt deutlich schwarze Farben auf. Circa 1,5 Zentimeter hielt sie, bevor sich die Asche gut abstreifen ließ. Beide Zigarren hatten einen regelmäßigen Abbrand; ein Nachzünden war nicht nötig.
Der wohl negativste Eindruck war das Aroma. Die gleich nach der Lieferung gerauchte Cortès erinnerte deutlich an vermodertes Gras und Kuhställe, wobei zu sagen ist, dass ich keine Ähnlichkeit mit den gewohnten Ammoniaknoten unreifer Zigarren feststellen konnte, was etwas verwirrte. Die Verkostung der zweiten Cortès, nach ca. 1,5 Monaten Lagerung brachte Licht ins Dunkel: Die Noten nach vermodertem Gras und Moor waren ein Hauch harmonischer. Die Aromen blieben über die gesamte Rauchdauer konstant.
Zur Preiswürdigkeit fällt es schwer, etwas zu sagen. Für 2,50 Euro pro Stück muss man zugeben, dass die Cortès ein gutes Bild abgegeben hat. Insbesondere, wenn man eher grasige und erdige Noten bei Zigarren sucht. Mir ganz persönlich wären jedoch auch 2,50 Euro für etwas, was nicht richtig gut schmeckt, zu viel, so dass trotz der mittleren Wertung in dieser Kategorie die Cortès nicht noch einmal ihren Weg in meinen Humidor finden wird. Für alle, die sich an der Zigarren versuchen wollen, eine Empfehlung: Obwohl im Tubo geliefert, würde ich die Cortès auf jeden Fall einen längeren Zeitraum offen im Humidor lagern. Die erste der beiden war direkt nach Kauf nicht wirklich ein Genuss.
Die abschliessende Wertung nach der AoS Skale:
Optischer Eindruck: 4
Zugverhalten: 8
Abbrand inklusive Aschebildung: 6 bis 7
Aroma: 4 bis 5
Preiswürdigkeit: 10
Stärke: 5
Die J. Cortès in einem der besten Zigarrenshops …