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Tasting „De Luxe“ • Bestnote für die junge O´Reilly von San Cristóbal

Die Zigarre, die wir für unser diesjähriges Tasting „De Luxe“ ausgewählt hatten, war nichts für kleine Cutter.











Mit einem 56er Ringmaß bei 160 Millimetern Länge hatten die Kubaner im vergangenen Jahr das Sonderformat O’Reilly von San Cristóbal auf den Markt gebracht. Nur 1.000 Bücher mit je 20 Zigarren wurden weltweit verkauft. Eines der wenigen, die nach Deutschland kamen, hatten wir eigens für unser Tasting „De Luxe“ reserviert.

Sondereditionen haben vor allem einen Nachteil: Da sie stark limitiert und nur im ganzen Humidor zu haben sind, kommen nur wenige Raucher in ihren Genuss. Deshalb pflegen wir die Tradition des „Humidorschlachtens“. Abhängig vom Buchinhalt mussten wir unsere Teilnehmerzahl dieses Mal auf 20 begrenzen.

Unsere Aperitif-Zigarre war mit der El Principe die kleinste der nach Havannas Festungstürmen benannten San-Cristóbal-Formate.

Gewohnt feierlich öffneten wir das O’Reilly-Buch mit der Produktionsnummer 743 aus der 2009er Habanos Collection. Der Name für die Zigarre stammt übrigens von einem Nationalhelden der Kubaner. Dem spanischen Gouverneur irischer Abstammung Alejandro O´Reilly (1722 bis 1794) ist in Havanna eine Straße gewidmet, an der bis vor kurzem das Hauptquartier der staatlichen Exportgesellschaft für Zigarren, Habanos S.A., lag.

Den ersten Genuss brachte uns die Zigarre schon beim Ansehen und auch mit ihrem teils intensiven Geruch nach Honig, Holz und Leder. Bei den ersten Zügen der perfekt ziehenden Zigarre mischte sich ein wenig Geschmack von Lakritz und Salz zur vorherrschenden Süße. Dass sich später auch Bitternoten einstellten, sehen wir als Zeichen dafür, dass die Zigarre mit einem Boxing-Date von Juni 2009 noch sehr jung ist. Die O´Reilly war eine der seltenen Zigarren mit wirklich sättigendem Rauchkörper und großzügigem Aromenvolumen.

Sowohl bei der Komplexität als auch bei der Rauchdynamik gab es unterschiedliche Meinungen. Einige Tester kommentierten ihre Zigarre eher als leicht, andere siedelten die Stärke im Mittelfeld an. Bei der Endbewertung allerdings waren sich mit einer Ausnahme aber alle Teilnehmer einig und gaben der O´Reilly mit +2 die höchste Note. Schade, dass es wohl schwer wird, diese Rarität aus Havanna in ein paar Jahren noch einmal zu testen, denn vom Reifepotenzial waren alle überzeugt. 

Zur Tradition unseres „Humidorschlachtens“ gehört es, am Ende das leergerauchte Buch zu Gunsten des Kinderhospitals „William Solér“ in Havanna zu versteigern. Für ein Gebot von 500 Euro für das leere Buch ging der Zuschlag an Lucie Vanova, unsere Zigarren liebende Studentin aus Prag.