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15-04-15 05:23 Alter: 11 yrs

VON:EW

Urlaubszeit • Kanarenzeit • Zigarrenzeit

Ein Blick in die Zigarrenwelt der kanarischen Inseln La Gomera und Teneriffa.



Habanos-Geschäft in Puerta de la Cruz


Señor Arturo bei der Arbeit


Tabacos Arturo Garachio


Zigarrenlager bei Tabacos Arturo Garachio (alle Bilder: EW)

Die Kanarischen Inseln gehören ohne Zweifel seit vielen Jahren zu den beliebtesten Reisezielen der Deutschen. Jahr für Jahr wächst die Zahl der sonnenhungrigen Pauschaltouristen, welche auf einer der Inseln ihren Urlaub verbringen.

Zahlenmäßig am meisten vertreten sind nach den Briten die Deutschen. Allein im Januar 2015 besuchten circa 278.000 Gäste aus Deutschland die Kanaren. Wieviele davon zigarrenaffine Urlauber sind, wird leider nicht erfasst. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Es sind nicht wenige Aficionados darunter.

Dass auf den Inseln gute Zigarren gerollt werden, dürfte sich unter Kennern auch hier herumgesprochen haben. Doch woher kommt der Tabak, wo bekommt man gute Zigarren und wie sind die Preise gegenüber der Heimat?

Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass in den vergangenen 500 Jahren viele Inselbewohner ihre Heimat verließen. Gründe dafür waren zum Beispiel Armut, Vulkanausbrüche, kriegerische Handlungen, Hungersnot oder auch entdeckerische Neugier. Auswanderungsziele waren die neue Welt, also Amerika, aber auch der spanisch sprechende Teil der Karibik.

Viele dieser Auswanderer fanden ihre tägliche Arbeit bei kubanischen Zigarrenproduzenten und erlernten so die Herstellung erstklassiger Tabake und Zigarren. Nach dem Ende der kubanischen Revolution (1959) kamen viele in ihre Heimat zurück, brachten bei der Gelegenheit den besten Tabaksamen der Welt nach Europa und begannen, Tabak anzubauen und Zigarren herzustellen.

So entwickelte sich hauptsächlich auf La Palma, aber auch auf manch anderer kanarischen Insel eine berühmte Zigarrentradition. Aktuell wird nur noch auf La Palma Tabak angebaut. Allerdings ist die Anbaumenge so gering, dass zur Zigarrenproduktion noch Tabake importiert werden müssen.

Wo bekomme ich nun gute Zigarren im Urlaub auf den Inseln?

Wer auf La Gomera seine wohlverdiente Urlaubszeit verbringt und unbedingt auf kubanische Zigarren oder andere Puros nicht verzichten möchte, sollte sich seine Ration bereits zu Hause in den Koffer packen. Wer aber gerne mal etwas Neues ausprobiert und neugierig auf handgefertigte kanarische Zigarren ist, kommt auf der zweitkleinsten der insgesamt sieben Inseln durchaus in den Genuss dieser.

Das beste Angebot gibt es natürlich in der Inselhauptstadt San Sebastian de la GomeraIn der Calle de Ruiz de Padron findet man einen Supermarkt, in dem auch ein gut sortiertes Angebot an Zigarren vorrätig ist. Man bekommt einzelne Exemplare bis hin zur Kiste mit bis zu 50 Zigarren. Der Inhaber spricht ein wenig Deutsch und gibt bereitwillig Auskunft über Herkunft und Geschmack von Zigarren und Zigarillos.

Befindet sich die Urlaubsunterkunft abseits der Hauptstadt, muss man auf die dort angebotene Vielfalt verzichten, findet aber in kleinen Läden und Märkten eine bescheidene Auswahl an Zigarren. 

Anders ist die Situation auf der flächenmäßig größten Insel, Teneriffa. Verbringt man hier seine Urlaubszeit, kann man seine zum Rauchen benötigten Lieblinge getrost zu Hause lassen.

Es mangelt durchaus nicht an Gelegenheiten, in allen größeren Orten kanarische aber auch Zigarren aus Kuba, der Dominikanischen Republik, Nicaragua oder anderswoher zu erstehen. Es gibt viele spezialisierte Zigarren- und Zigarettengeschäfte, auch mit vielem für den Aficionado interessanten Zubehör zum Fröhnen seiner Leidenschaft.

Herausragend in der Stadt im Norden der Insel, Puerto de la Cruz, ist die Estanco de Tabaco y Licoreria in der Calle Santo Domingo 22. Laut Auskunft des Besitzers einer der drei auf der Insel ansässigen lizensierten Habanos-Händler. Die beiden anderen findet man in der Hauptstadt Santa Cruz de Tenerife sowie im Süden der Insel. Geführt wird ein breit gefächertes Angebot an Puros und anderen Zigarren von der Kanaren aber auch aus Süd- und Mittelamerika und der Karibik, insbesondere natürlich Habanos.

Die Preise liegen dabei im Schnitt 10 % unter den in Deutschland verlangten und so kann man durchaus mal ein Schnäppchen machen. Allerdings sind in den vielen anderen Zigarrenläden die Preise für Cohiba und ähnliche Zigarren höher als zu Hause. Die Kanaren sind Zollsondergebiet. Es gibt keine festgeschriebenen Preise für Zigarren. Also im Zweifelsfall immer einen Habanos-Spezialisten aufsuchen.

Unbedingt aufsuchen sollte der Zigarrenfreund die Manufactur Tabacos Arturo in der kleinen Gemeinde Carachico auf der Tome Cano 8.

Hier werden die Zigarren frisch per Hand gerollt, also „totalemente hecho a mano“. In der kleinen Werkstatt kann beim Drehen der Zigarren zugeschaut werden, der Inhaber hält auch ein beachtliches Angebot an Zigarren zum Kauf parat. Und das zu sehr günstigen Preisen. Seine Hausmarke Macuba sollte man unbedingt probieren, ein echter Genuss.

Auf der Ladentheke steht auch eine große Kiste, gefüllt mit Zigarren der Marke Cohiba. Laut Senor Arturo immer mal wieder mitgebracht von Besuchen auf Kuba. Bei einem Preis von 7 € das Stück und einem Deckblatt, welches der hauseigenen Macuba zum Verwechseln ähnelt, sollten Zweifler allerdings ihre eigene Entscheidung treffen.

Übrigens, auch auf den Kanaren gibt es das Rauchverbot in Bars, Restaurants, öffentlichen Gebäuden und anderen Einrichtungen, ebenso wie auf Kinderspielplätzen und in öffentlichen Parks. Die Einhaltung wird allerdings nicht so genau genommen, man sieht rauchende Canarios wie auch Urlauber auf vielen Straßen und Plätzen, ebenso in den kleinen locales públicos.

Zu beachten wäre noch die zollfrei nach Deutschland einzuführende Menge von 50 Zigarren oder 100 Zigarillos. Zigarrenverkäufer vor Ort suggerieren unwissenden Urlaubern oft die doppelte Menge!