Pinar del Rio heißt die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz im äußersten Westen Kubas. In dieser Region liegt das Kernland der Tabakproduktion des Landes. Hier wachsen die besten Tabake der Welt. Das Städtchen selbst hat außer einer Zigarrenfabrik keine besonderen Sehenswürdigkeiten zu bieten. Dennoch macht es Spaß, sich einfach in der Menge treiben zu lassen und am entspannten Leben der Provinzstadt teilzunehmen. Ein Besuch der Zigarrenfabrik lohnt sich. Sie kann gegen ein geringes Entgelt besichtigt werden. Auf dem Gelände der Fabrik ist einer der besten lizenzierten Tabakläden Kubas. Fast alle Marken und Formate sind vorrätig, nahezu alle Zigarren werden auch einzeln verkauft. Letzteres ist in den besten Zigarrenshops von Havanna oft nur bei einigen gängigen Marken möglich. Somit sollte man sich hier unbedingt mit Kostproben für einige Tage eindecken.
Das eigentliche Top-Reiseziel für Aficionados und Reisende aus aller Welt aber liegt ungefähr 25 km nördlich der Stadt Pinar del Rio: Das Städtchen Viñales inmitten des unglaublich schönen Valle de Viñales (Tal von Viñales). Schon die Anfahrt von Pinar del Rio vermittelt einen ersten Eindruck des Tals, welches geprägt ist von den „Mogotes“, Karstbergen, die sich wie riesige Elefantenrücken aus der Ebene erheben. Flora und Fauna sind auch für Laien erkennbar tropisch-üppig. Zahlreiche Tabakfelder werden in und um Viñales bewirtschaftet wie eh und je – mit dem Ochsenpflug.
In Viñales kann man sich in einer Tabaksortier- und Trockenfabrik führen lassen. Beeindruckend, welche Mühen hier schon für das Rohprodukt aufgewendet werden. Zum Abschluss erhält der Gast eine frische „Selbstgedrehte“ – ein ganz besonderer Genuss. Die reizvolle Umgebung ist touristisch gut erschlossen und kann beispielsweise mit offenen Doppeldeckerbussen erkundet werden. Privatunterkünfte werden überall angeboten, essen kann man dort oder in den zahlreichen Restaurants. Nachts gibt es Livemusik und Salsatanz satt.
Beeindruckend ist auch ein Ausflug in die Provinzgemeinde San Louis, 40 km südwestlich von Pinar del Rio. Hier gibt's dann gar keinen Tourismus mehr, auch keine Bands und keine Zigarrenläden, sondern kubanisches Landleben pur. Dafür lockt ein ganz besonderer Wallfahrtsort: Die Finca des verstorbenen Alejandro Robaina, 3 km vor San Louis. Und ringsum Tabakfelder, so weit das Auge reicht!