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23-06-14 08:01 Alter: 12 yrs

VON:WP

Was ist eigentlich – Tabakkäfer



Der Tabakkäfer – klein und gefräßig (Bild: Lucinda Gibson, Museum Viktoria)


Sieht eine Zigarre so aus, bleibt nur noch die biologische Entsorgung.

Der Tabakkäfer (lat. - Lasioderma serricorne) gehört zur Familie der Nagekäfer und stammt ursprünglich aus den tropischen und subtropischen Gebieten. Durch den Import von Waren aus diesen Ländern kann er jedoch unter gewissen Umständen auch in anderen Gebieten vorkommen. Vorausgesetzt die Bedingungen sind optimal.

So zum Beispiel durch Zigarren. Die Weibchen legen 10 bis 100 Eier auf die Blätter der Pflanzen oder sogar an oder in die fertigen Zigarren. Die Larven schlüpfen für gewöhnlich nach etwa einer Woche. Ändern sich Temperatur oder Luftfeuchte durch den Transport ausserhalb der warmen und feuchten Tabakanbaugebiete, kann sich diese Zeit auch verschieben. Sind die Bedingungen wieder besser – Temperaturen von über 21 Grad – Celsius, entwickeln sich die Eier und die Larven schlüpfen.

Die Larve durchlebt vier bis sechs Larvenstadien bis zur Verpuppung in einem Zeitraum von fünf bis zehn Wochen. In dieser Zeit bewegen sich die Larven fressend fort und benötigen so viel Nahrung für ihr Wachstum, dass die Schäden an einer Zigarre enorme Ausmaße annehmen. Für die Verpuppung bauen die Larven einen Kokon direkt in ihrer Nahrung. Nach einer bis drei Wochen ist der Käfer vollständig ausgebildet.

Ein adulter Käfer hat eine Lebenserwartung von einer bis vier Wochen. In dieser Zeit nimmt er keine Nahrung mehr zu sich. Das erwachsene Tier hat eine Größe von bis zu vier Millimetern und eine dichte Behaarung. Es ist dämmerungs- und nachtaktiv und zieht sich bei Helligkeit schnell zurück.

Ab einer Temperatur von unter 17 Grad Celsius ist die Entwicklung des Tieres beeinträchtigt. Bei Temperaturen von unter 4 Grad Celsius über einen Zeitraum von mehr als einer Woche sterben die Tiere.

Aus diesem Grund werden Zigarren von den Importeuren über einen längeren Zeitraum kalten Temperaturen ausgesetzt – sie frosten die Ware. Kubanische Zigarren beispielsweise werden in Deutschland für 72 Stunden bei -15 Grad Celsius eingefroren. 

Wenn der eigene Humidor befallen ist, hilft es nur noch, die betroffenen Zigarren zu entsorgen. Die übrigen, nicht betroffenen Zigarren (nach Möglichkeit auch der Humidor selbst) sollten eingefroren werden, damit Eier und Larven absterben.