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23-07-11 11:18 Alter: 15 yrs

VON:GH

Was sind eigentlich? – Doggen und Gavillas

Ein kleiner Zug Zigarrenwissen.


Dogge
Dogge

Doggen auf so genannten Stells – Tischen mit Proben aus den angelandeten Ballen.
Doggen auf so genannten Stells – Tischen mit Proben aus den angelandeten Ballen.

Gavilla (Quelle: Die Tradition der Vollendung – Der Führer für Habanos-Liebhaber)
Gavilla (Quelle: Die Tradition der Vollendung – Der Führer für Habanos-Liebhaber)

Wenn Tabakblätter in großen Ballen z. B. aus Indonesien, Java oder Sumatra exportiert werden und in den Lagerhallen der Empfängerländer liegen, kommen die Vertreter der weiter verarbeitenden Industrie, um ihre Einkäufe zu tätigen.

Für die Tabake aus Indonesien, Sumatra und Java findet z. B. einmal jährlich in Bremen die Bremer Tabakbörse statt, auf der Zigarrenproduzenten wie Woermann den benötigten Tabak auswählen und ersteigern.

Nun wäre es wenig sinnvoll, alle potenziellen Käufer die einzelnen Ballen aufreißen und auf Qualität hin prüfen zu lassen. Aus diesem Grunde werden aus den verschiedenen Ballen Beispiel- und Probeblätter gezogen, die anschließend zusammengebunden, aufgefächert und mit einem Hinweis auf den Ballen und die Herkunft auf die Auktionstische gelegt werden. Diese Tabakbündel nennt man Doggen (teilweise auch: Docken).

Natürlich haben auch Kubaner ähnlich aussehende Tabakbündel. Im Laufe des Produktionsprozesses werden Deckblätter gebündelt. Dies dient im Wesentlichen der einfacheren Handhabung – z.B. bei den notwendigen Befeuchtungen vor dem Auftragen des Deckblattes. Solche Bündel sind weder gefächert, noch tragen sie die für eine Auktion notwendigen Bezeichnungen. Die Kubaner nennen ein solches Bündel Gavilla.

Dass Kubaner keine Dogge und die Verarbeiter nichtkubanischen Tabaks keine Gavilla kennen, verwundert nicht. Kubanischer Tabak wird nur in nicht nennenswerten Mengen verkauft und nichtkubanischer Tabak käme nie auf die Mutterinsel der Zigarre. Es gab und gibt daher keine Berührungspunkte.