10-06-12 18:27 Alter: 14 yrs
VON:MJ
Werner Brock und die Davidoff-Fanfare
Werner Brock, Komponist der Davidoff-Fanfare, wurde mit einem Orchester bekannt, das wir heute kaum noch kennen. Das Salonorchester.
Das Salonorchester ist ein Instrumental-Ensemble das kurz vor der Jahrhundertwende des 20. Jahrhunderts entstand und bis zu den 50er Jahren, vorwiegend in der Unterhaltungsmusik, Einsatz fand. Die Idee stammt aus dem bürgerlichen Salon und dem Ballsaal des 19. Jahrhunderts.
Egal ob in Pariser Cafés um die Jahrhundertwende oder den schon in den frühen 20er und 30er Jahren in Mode kommenden Tanztees, das Salonorchester gab immer den Ton an.
Dabei gehören die Gründer des „le Nouveau Salon“ – Salonorchester Cölln keineswegs dieser vermeintlichen Musikepoche an.
Die Gründer, der damalige WDR-Redakteur Dirk Schortemeier sowie der Leiter des Kölner Radiosymphonieorchesters Karlheinz Steeb, wurden 1980 wohl eher belächelt als mit Beifall überhäuft, war doch das Genre, in welchem Sie tätig waren, ein Relikt aus längst vergessener Zeit. Die neue deutsche Welle nahm hierzulande ihren Lauf.
Doch dauerte es nicht lange, da eilte dem kleinen Ensemble, bestehend aus 10 Mann, ihr Ruf schon über die Grenzen voraus. Vorwiegend in Baden und Interlaken gaben die Herren ihr Repertoire zum Besten.
In der so genannten Pariser-Salonbesetzung, bestehend aus Stehgeige, Violine Obligat, Viola , Violoncello, Kontrabass, Klarinette, Schlagzeug (Werner Brock), Klavier und Harmonium, nahmen die Herren in Schwarz vorne auf der Bühne stets Platz. An einem kleinen Tisch rechts, war meist der Moderator Dirk Schortemeier vorzufinden.
Den Takt gab dabei der Schlagzeuger Werner Brock an. Das Repertoire war breit gefächert und reichte von B bis W.
Benatzkie war vertreten mit Melodien aus dem „weißen Rössl“ und Winkler mit einem Chianti-Lied. Dazwischen lag so vieles, was auch nostalgische Gemüter unserer Zeit noch ergötzen kann. Jaques Offenbach etwa, dessen Werke das Orchester 1985 in der Frankfurter Oper zum Besten gab oder Strauß – alle Größen vom Barock bis zur Romantik waren vertreten.
Dabei ist das Ensemble bei Weitem kein unbeschriebenes Blatt. Neben drei erfolgreichen Japan-Tourneen reihte sich das Orchester auch in die Gewinner der Grand Prix du Disque im Jahr 1984 ein.
Seit Gründung gab es eine Vielzahl von Schallplatteneinspielungen wie etwa „Salonmusik“, „Caféhausmusik“ oder „Zeitgenossen arrangieren Salonmusik“. Die Liste reicht noch viel weiter, wenngleich auch das Ensemble heute nicht mehr besteht, so ist sein musikalisches Erbe doch auf zahlreichen Veröffentlichungen festgehalten.