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15-10-07 08:00 Alter: 19 yrs

VON:GH

Wie eine Davidoff Grand Cru entsteht

Zu Zigarren ganz besonderer Art lud Davidoff ein. Und mit René Hollenstein war dann auch noch ein ganz besonderer Referent anwesend.



René Hollenstein - der Kompositionschef von Oettinger Davidoff


Das Geheimnis der Mischung: Aus den Tabaken der Nummern 1 bis 3 wird in der Komposition „Complete“ die Davidoff Grand Cru.


Davidoff-Depositäre zuhauf beim Vortrag von René Hollenstein

René Hollenstein ist der Chefkompositeur der Oettinger Group.

D.h., er probiert, mischt und komponiert so lange, bis eine Zigarre herauskommt, die den typischen und unverwechselbaren Geschmack der Marke trägt.

Welcher Aufwand dabei zu betreiben ist, schilderte er mit Bildern aus der Dominikanischen Republik, wo Oettinger Davidoff nicht nur drei eigene Manufakturen besitzt, sondern auch die Anpflanzungen bis ins Detail kontrolliert.

So wird z.B. nicht einfach Samen an die kultivierenden Farmer ausgegeben, sondern es werden Setzlinge an die Tabakbauern geliefert. Auf zuvor geprüften Feldern muss der Bauer diese Setzlinge so anpflanzen und bis zur Ernte pflegen, wie Oettinger Davidoff dies in seinen Qualitätsvorschriften fordert.

„Nur auf diese Weise“, so Hollenstein, „können wir sicher sein, dass wir das erhalten, was wir wollen.“

Mitgebracht hatte er vier Zigarren. Die mit „1“, „2“ und „3“ beringten Zigarren enthielten keine Mischung, sondern einfach den Tabak einer Pflanze. Bei der Nr. 1 war es ausschließlich Olor-Tabak für Einlage und Umblatt.  Als Deckblatt gab es Connecticut-Tabak, der auch für die Zigarren „2“ und „3“ verwendet wurde. Raucht man eine Zigarre mit nur diesem Tabak, hat man etwas recht Langweiliges auf der Zunge. Ebenso ergeht es einem bei den Zigarren mit den Nummern „2“ und „3“. Reiner San Vincente oder reiner Piloto schmecken bitter, salzig und fade.

Die Offenbarung und das Aha-Erlebnis kommen, raucht man die vierte Zigarre. Sie enthält eine Mischung aus den Tabaken der drei anderen Zigarren. Hier herrscht plötzlich eine Ausgewogenheit hinsichtlich der vier Geschmacksrichtungen sauer, süß, salzig und bitter. Die ganze Zigarre schmeckt einfach. Verständlich. Denn mit der richtigen Mischung wird eine Davidoff Grand Cru daraus.

Eigentlich verwunderlich, dass die über einhundert Davidoff-Depositäre nicht regelmäßig eine derartige Veranstaltung der rauchenden Kundschaft anbieten. Nirgends lernt man mehr über Tabak und das Geheimnis einer gelungenen Mischung.

René Hollenstein ist übrigens nicht nur für Davidoff-Zigarren der Kopf der Komposition. Auch für die anderen Marken – AVO, Griffin's, Private Stock, Zino und Zino Platinum mit ihren zwei Varianten Scepter und Crown – hält er den Kopf, besser gesagt, die Zunge hin.

Eine Ausnahme gibt es: Eine Davidoff wird erst dann produziert, wenn auch der Patron des Konzerns, Dr. Ernst Schneider, sein OK gibt. „Aber“, so René Hollenstein, „wir liegen ganz selten und dann auch nur Nuancen auseinander.“